Mayweather gegen McGregor : Der teuerste Zirkus der Welt

In Las Vegas steigt ein absurdes Box-Duell. Schon Ali ließ sich auf ein solches vor 41 Jahren ein.

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Noch im Zwirn. Floyd Mayweather (links) und Conor McGregor.
Noch im Zwirn. Floyd Mayweather (links) und Conor McGregor.Foto: Miller/AFP

In der Nacht auf Sonntag steigt in Las Vegas ein absurdes Kampfsportspektakel, das eigentlich niemand braucht, aber wahnsinnig viel Geld abwirft. Die Veranstalter rechen mit Einnahmen von mehr als 600 Millionen Dollar (508 Millionen Euro). In der T-Mobile-Arena trifft der frühere Box-Weltmeister Floyd Mayweather auf den irischen Käfigkämpfer Conor McGregor. Der in einem Vorort von Dublin geborene McGregor ist Champion der amerikanischen Kampfsportserie Ultimate Fighting Championship in der Mixed Martial Arts (MMA). Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Kampf.

Wer ist Mayweather, wer McGregor?

Mayweather ist 40, er galt gewichtsklassenübergreifend als einer der besten Boxer weltweit. Er war in fünf Limits vom Superfeder bis Halbmittelgewicht Weltmeister, hat aber vor zwei Jahren nach 49 Siegen in 49 Kämpfen seine Karriere beendet. Er ist 1,73 Meter groß. McGregor ist zwei Zentimeter größer. Der Ire ist in seinem Universalsport ein gefürchteter Bodenkämpfer mit Techniken, die auch aus dem Ringen oder Judo kommen. Aber er ist nur ein mäßiger Boxer.

Nach welchen Regeln wird gekämpft?

Gekämpft wird nach den üblichen Boxregeln. Es darf nur auf Kopf und Körper oberhalb der Gürtellinie geschlagen werden. Als Gewichtslimit einigte man sich auf 154 Pfund (69,85 Kilogramm).

Um welchen Titel geht es?

Um keinen. Dieser Kampf ist sportlich wertlos. Es ist ein reiner Show-Kampf. Anders als in der MMA (fünfmal fünf Minuten), wird wie im Boxen üblich zwölf Runden á drei Minuten gekämpft.

Wie sind die Chancen?

Die Experten sehen den Boxer klar im Vorteil. McGregor muss sich von vielen Kampfstilen verabschieden, die er in der MMA anwendet. Seine einzige Chance ist ein Lucky Punch. Doch anders als im achteckigen Käfig, in dem er sonst kämpft, trägt er nicht die dort üblichen Handüberzüge (113 Gramm), sondern richtige Boxhandschuhe (227 Gramm), die gepolstert sind.

Wo ist der Kampf zu sehen?

Im freiempfangbaren Fernsehen jedenfalls nicht. Der Streaming-Dienst DAZN zeigt den Kampf mit deutschem Kommentar. Insgesamt wird das Duell in 200 Länder übertragen. In Europa überträgt der europäische Bezahlsender Teleclub aus der Schweiz, Kostenpunkt: 19,90 Schweizer Franken. In den USA kostet das Spektakel bis zu 99 Dollar. Der übertragende Sender Showtime rechnet mit mehr als fünf Millionen Pay-per-View-Tickets. Der Rekord für die meisten Pay-per- View-Verkäufe (4,6 Millionen) hält immer noch das Duell zwischen Mayweather und dem Filipino Manny Pacquiao im Jahr 2015.

Wie hoch sind die Gagen?

Mayweather soll eine garantierte Börse von 85 Millionen Euro erhalten, McGregor 52 Millionen. Beide sind an den TV-Einnahmen beteiligt, so dass sich ihre Gage verdoppeln, oder sogar verdreifachen dürften.

Ist es das erste Duell dieser Art?

Einen prominenten wie peinlichen Vorläufer gab es. Im Juni 1976 kam es in Japan zu einem Show-Kampf zwischen Boxer und Catcher. Muhammad Ali, damals 34, duellierte sich mit dem Proficatcher Antonio Inoki, damals 33 Jahre alt. Dieser lag eigentlich nur auf dem Rücken, um dem Boxer keine Angriffsfläche zu bieten. Der Kampf, der eigentlich keiner war, wurde nach 15 Runden unentschieden gewertet. Ali kam mit schweren Verletzungen an den Schienbeinen aus dem Ring.

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