Sport : Mehr Werbung soll zu höherer Identifikation mit dem Basketball-Meister führen

Dietmar Wenck

In den vergangenen beiden Spielzeiten sind die Zuschauerzahlen bei Alba Berlin nach dem Rekjordjahr 1996/97 stark zurückgegangen - in der Europaliga von durchschnittlich 8100 auf 6050, in der Bundesliga von 6000 auf 5400. Hauptgrund für diese Entwicklung war der missratene Europaligastart im vergangenen Jahr. Mit seinen Zahlen liegt Alba zwar im europäischen Basketball-Maßstab immer noch sehr hoch, aber der Deutsche Meister hat sich trotzdem zum Ziel gesetzt, wieder mehr Publikum in die Schmeling-Halle zu locken. Der Vorverkauf verlief bisher erfreulich, sagt Alba-Manager Carsten Kerner. Für die Bundesliga, die heute (20 Uhr) mit der vorgezogenen Partie gegen den TSK Bamberg beginnt, hat der Deutsche Meister 2500 Dauerkarten verkauft, fast 500 mehr als im Vorjahr. Das ist Vereinsrekord. "Ich hatte diese Tendenz nicht erwartet", sagt Kerner erfreut, aber zugleich ein bisschen ratlos. In der Europaliga ist das Zwischenergebnis 3050 ebenfalls rekordverdächtig.

Dabei soll es nicht bleiben. Der Verein will die Zusammenarbeit mit Verbänden und Organisationen verbessern, um damit einen höheren Identifikationsgrad zu erzielen. Schüler kommen in die Schmeling-Halle und können unter Anleitung der Alba-Spieler trainieren. Am Montag werden dies zum Beispiel 80 Kinder aus dem Bezirk Prenzlauer Berg tun. Alba weitet seine sogenannten Schul-Workshops auf Brandenburg aus. "Wir gehen außerdem verstärkt in Basketball-Vereine", sagt der Alba-Manager. Zukünftig werden in den Halbzeitpausen bei Bundesligaspielen D-Jugend-Mannschaften (Jahrgänge 1987/88) Acht-Minuten-Spiele bestreiten und dabei eine eigene Runde absolvieren. Es wird eine Tabelle geben, Play-offs und ein Finale. Heute wird es zum Auftakt TuS Lichterfelde mit Hellas Basket Berlin oder BBC 90 Köpenick aufnehmen.

In die Aktion sollen auch Sponsoren einbezogen werden. Ein Radiosender moderiert unter anderem die Spiele, ein Fernsehsender wirbt mit kurzen Spots in Brandenburg. "Damit geht Alba in Brandenburg auf Tour", kündigt Kerner an. Bevorzugt in jenen Gegenden, die per Regionalbahn eine direkte Verbindung nach Berlin haben. Der Manager bremst aber zugleich allzu große Erwartungen auf schnelle Erfolge: "Diese Sache zieht sich über die gesamte Saison hin. Das soll sich erst einmal entwickeln." Nach zwei Jahren der Rückwärtsentwicklung am besten wieder nach vorn.

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