Sport : Meister der Dramatik

Trotz 26:36-Niederlage beim SC Magdeburg erreichen die Flensburger Handballer das Finale der Champions League

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Magdeburg (Tsp). Es war ein Spiel, das nicht viel Dramatik versprochen hatte und auf einmal vor lauter Spannung eines wurde, von dem man noch lange sprechen wird. Die Handballer der SG FlensburgHandewitt haben das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League beim SC Magdeburg 26:36 verloren und dennoch das Endspiel erreicht. Denn das Hinspiel hatten sie in eigener Halle 30:20 für sich entscheiden können. Nur durch die größere Anzahl an Auswärtstreffern kamen sie zum Erfolg. Im Endspiel treffen die Flensburger wie in der Vorrunde auf das Überraschungsteam Lasko Celje aus Slowenien.

Nach dem klaren Sieg der Flensburger im Hinspiel waren die Chancen der Magdeburger auf ein Weiterkommen nicht besonders groß. Doch ihr Führungsspieler Stefan Kretzschmar hatte die Begegnung kurzerhand zum „Spiel der Ehre“ erklärt. Sie wollten sich nicht einfach so aus der Champions League verabschieden. Im Laufe des Spiels wuchsen dann in der Bördelandhalle aus dem Nichts die Hoffnungen auf das Finale. Spätestens als die Magdeburger 20:13 vorne lagen, schien die Sensation zum Greifen nahe. Immer wieder hatte der Magdeburger Torwart Johannes Bitter mit seinen Paraden verhindert, dass die Flensburger den Rückstand verkürzen konnten. Doch dann kamen die Flensburger auf einmal auf 20:18 heran. Diesen Abstand vermochten sie jedoch nicht zu halten. Und in der Schlussphase brach ihre Mannschaft fast völlig auseinander.

Die Magdeburger hatten den nötigen Unterschied von elf Toren kurz vor Schluss tatsächlich hergestellt, doch dann gelang der SG Flensburg-Handewitt der entscheidende Treffer. Trainer Kent-Harry Andersson jubelte: „Es ist toll, im Finale zu sein. Am Ende haben wir auch Glück gehabt. Ich hoffe, das wird die größte Saison unserer Vereinsgeschichte.“ Die Flensburger können noch alle drei Titel gewinnen, Champions League, Pokal und Meisterschaft. Als Tabellenführer der Bundesliga haben sie ausgezeichnete Voraussetzungen. Doch was wäre gewesen, wenn die Flensburger in Magdeburg ausgeschieden wären? Sie wären vielleicht auch in der Bundesliga noch abgefangen worden. Zumal sie als „Ewiger Zweiter“ des deutschen Handballs gelten.

Den Triumph des norddeutschen Handballs an diesem Wochenende machte der THW Kiel perfekt. Er bezwang die russische Mannschaft Dynamo Astrachan im EHF-Pokal 35:28 und steht nun im Finale. Das Hinspiel hatten die Kieler 25:28 verloren.

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