Sport : Meister der Herzen

Eisbären schlagen Krefeld 3:1

Mathias Klappenbach

Berlin. Schon bevor die Partie begonnen hatte, feierten die mitgereisten Fans der Krefelder Pinguine in ihren Sprechchören die Eisbären aus Berlin als kommenden Deutschen Meister. Solche Gags machen die letzten Auswärtsfahrten in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga sicher erträglicher, denn für die Krefelder geht es um nichts mehr. Der Meister des Vorjahres wird die Play-offs nicht erreichen, und mit dem Abstieg hat er wohl auch nichts mehr zu tun. In einem durchschnittlichen Eishockeyspiel siegten die Eisbären gestern im Sportforum mit 3:1 (2:0, 1:0, 0:1). Wie der kommende Meister spielten sie dabei nicht.

Vor 4500 Zuschauern erzielte Eisbären-Stürmer Sven Felski in der fünften Spielminute mit einem schönen Rückhandschuss die Führung. Von da an versuchten die Eisbären, die Partie mit so viel Aufwand wie nötig und so wenig wie möglich über die Runden zu bringen. So kamen die auch nicht gerade übermotiviert wirkenden Gäste aus Krefeld immer wieder zu Torchancen, doch der starke Eisbären-Keeper Rich Parent ließ sich von den ab und zu allein auf ihn zulaufenden Stürmern der Pinguine nicht bezwingen.

Von Krefelds Angreifer Stefan Ustorf, der in der nächsten Saison zu den Eisbären wechseln wird, war über die gesamte Spielzeit wenig zu sehen. Der Trainer seines zukünftigen Teams, Pierre Pagé, hatte überraschend auf einige junge Spieler wie Florian Busch oder André Rankel verzichtet. „Sie arbeiten nicht hart genug“, sagte Pagé, der wie schon in den vergangenen Spielen mit dem letzten Drittel seiner Mannschaft nicht zufrieden war.

Zuvor lief in der 23. Minute Berlins Torhüter Parent aus seinem Tor, weil eine Strafzeit für Krefeld angezeigt war. Da erst abgepfiffen wird, wenn die zu bestrafende Mannschaft an den Puck kommt, hatten die Berliner sechs Spieler auf dem Eis. Die Überzahl nutzte Nils Antons zum 2:0. Drei Minuten vor Ende des zweiten Drittels traf dann Topskorer Steve Walker nach tollem Zuspiel von Kapitän Ricard Persson zum 3:0. Im letzten Drittel hatten die Krefelder viele Chancen, es reichte aber nur noch zum 1:3 durch Wright. Die Eisbären gewannen, ohne sich in Play-off-Form zu präsentieren. Aber ein gemütlicher Sonntagnachmittag entscheidet ja auch nicht über die deutsche Meisterschaft.

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