Menschen bewegen 2017 - Lange Nacht der Ideen : Mehr als nur Fußball

Die Organisation „Streetfootballworld“ setzt sich in 70 Ländern für Integration durch Sport ein und präsentiert in der "Langen Nacht der Ideen" zwei Projekte.

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Syrische geflüchtete Mädchen spielen im "Al Aedeh Club" im palästinensischen Flüchtlingscamp "Al Rashidieh" in der Bekaa-Ebene im Libanon Fußball. Foto: ANERA
Syrische geflüchtete Mädchen spielen im "Al Aedeh Club" im palästinensischen Flüchtlingscamp "Al Rashidieh" in der Bekaa-Ebene im...Foto: ANERA

Welch verbindende Wirkung der Fußball hat, wird pünktlich zu jeder Welt- oder Europameisterschaft gebetsmühlenartig wiederholt. Wie groß die Kraft des Sports ist, zeigt sich jedoch nicht nur, wenn sich Menschen verschiedener Herkunft auf der Fanmeile friedlich in den Armen liegen. Denn der Fußball kann noch viel mehr. Davon ist die Organisation „Streetfootballworld“ überzeugt.

Unter dem Motto „Changing the world through Football“ – die Welt durch den Fußball verändern – arbeitet das Netzwerk mit Hauptsitz in Berlin mit 124 Projekten in 70 Ländern auf sechs Kontinenten zusammen. „Diese NGOs setzen sich zum Beispiel für Frieden, Frauenrechte, HIV-Aufklärung und Bildung ein“, sagt George Springborg. Der Australier arbeitet seit zwölf Jahren bei „Streetfootballworld“ und ist für den Ausbau des Netzwerks zuständig. Seit einigen Jahren kooperiert die Organisation auch mit dem Auswärtigen Amt. Die meiste Arbeit geschehe aber vor Ort. „Die lokalen Projekte wissen am besten, wie sie den Menschen helfen können, und arbeiten selbstständig“, sagt Springborg.

Die Hauptaufgabe von „Streetfootballworld“ sei es, die sehr unterschiedlichen Partner vor Ort miteinander in Kontakt zu bringen und ihnen in der Öffentlichkeit eine Stimme zu geben. Das gelingt vor allem durch Veranstaltungen wie „Nur noch kurz die Welt retten: Straßenfußball, Kultur und Frieden“ im Rahmen der „Langen Nacht der Ideen“. In der Adidas Base, einer Halle mit mehreren Spielfeldern in Wedding, stellt „Streetfootballworld“ verschiedene Projekte vor. Zudem gibt es eine Podiumsdiskussion mit deutschen NGOs, die sich für Integration durch Sport einsetzen, und ein buntes Rahmenprogramm.

In zehn Spielen treten sechs Mannschaften mit weiblichen und männlichen Jugendlichen aus verschiedenen Projekten gegeneinander an. Gespielt wird dabei „Football3“, eine von „Streetfootballworld“ entwickelte Variation mit drei Halbzeiten, Zusatzpunkten für Fairplay und ohne Schiedsrichter. Dabei sollen die Jugendlichen lernen, Probleme auf dem Platz selbstständig und gewaltfrei zu lösen.

Im Zentrum des Abends steht die Vorstellung von zwei Projekten aus Kambodscha und dem Libanon. „Im Grunde geht es immer um die Frage, wie man Sport für Integration nutzen kann“, sagt Springborg. Im Libanon steht vor allem die Integration syrischer Kinder in Flüchtlingscamps durch Straßenfußball im Vordergrund. Die NGO in Kambodscha versucht Mädchen entgegen der gesellschaftlichen Konventionen zum Fußball zu ermutigen und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Selbstständigkeit zu fördern.

„Das sind wichtige Beiträge für die Gesellschaft“, sagt Springborg. „Mit unseren Projekten erreichen wir regelmäßig zwei Millionen Menschen in aller Welt.“ Die Kraft des Fußballs geht eben weit über große Turniere alle zwei Jahre hinaus.

"Nur noch kurz die Welt retten: Straßenfußball, Kultur und Frieden" heißt die Veranstaltung von streetfootballworld und adidas Base , Uferstraße 8 im Rahmen der Langen Nacht der Ideen von 18 bis 22 Uhr.

Weitere Texte zum Thema Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik finden Sie auf unserer Themenseite Menschen bewegen

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