Sport : Mit Amoroso kamen die Tore

Erst saß Dortmunds Stürmer nur auf der Bank, dann schoss er seinen Klub zum 3:1-Sieg gegen Kaiserslautern

Felix Meininghaus

Dortmund. „Ob der Patient Borussia genesen ist, wird sich am Samstag erweisen“, hat Michael Meier vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gesagt. Viel weiter wird der Manager des BVB trotz des 3:1 (1:1)-Erfolgs mit seiner Diagnose nicht gekommen sein. Borussia Dortmund hat die Partie vor 68 000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Westfalenstadion zwar gewinnen können, doch spielerisch ließ der Deutsche Meister erneut viele Wünsche offen.

Am Ende konnte sich das Team von Trainer Matthias Sammer beim eingewechselten Marcio Amoroso bedanken, dass es gegen den Tabellenvorletzten überhaupt gewann. Amoroso entschied die Partie durch zwei späte Tore und dokumentierte damit, dass sein Tatendrang rechtzeitig vor dem Champions-League-Spiel gegen den AC Mailand am Mittwoch wieder erwacht ist.

Dagegen zeichneten sich seine Mitspieler vorwiegend durch Lethargie aus. Dabei waren die Dortmunder früh durch Tomas Rosicky in Führung gegangen. Doch Sicherheit bescherte der Vorsprung dem BVB nicht. Im Gegenteil: Drei Minuten nach Rosickys Treffer glich José Manuel Dominguez nach wunderbarer Vorarbeit von Lincoln aus, weil die Dortmunder Abwehr nicht eingriff. Das brachte Sammer mächtig auf. „Ich habe kein Problem damit, wenn du einen Ball verlierst“, zürnte der BVB-Trainer. „Aber wenn du dann nicht versuchst, den Ball zurückzuerobern, habe ich dafür kein Verständnis.“

Mit der Führung verloren die Dortmunder auch den letzten Rest an Kreativität und Zielstrebigkeit. „Es ist uns sehr gut gelungen, die Räume eng zu machen“, meinte Lauterns Trainer Erik Gerets. Nach gut einer Stunde drohte Dortmunds Spiel in der Kälte des Westfalenstadions endgültig einzufrieren.

Dagegen befreiten sich die krisengeschüttelten Gäste und diktierten phasenweise das Tempo. Der Deutsche Meister als Aufbaugegner einer Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht? So weit kam es nicht, weil Dormund Amoroso einwechselte. Zehn Minuten war der schwächelnde Torjäger auf dem Rasen, dann entschied er das Spiel mit einem Doppelschlag. Für Gerets waren die Tore die Folge davon, „dass wir in der Innenverteidigung viel zu unruhig agiert haben“.

Ein Mann wie Amoroso nutzt solche Schwächen aus. Demnächst könnte er einen neuen Kollegen bekommen: Meier bestätigte das Interesse seines Klubs an Miroslav Klose. Sollte Kaiserslautern den Nationalspieler verkaufen müssen, um den maroden Haushalt zu sanieren, wird der BVB mitbieten. „Wenn er auf dem Markt ist, haben wir Interesse“, sagt Dortmunds Manager.

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