Sport : Mit Harmonie gesprintet

Fiedler, Wolff und Nimke siegen auf der Radbahn

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Athen Dass die deutschen Radsprinter nach wie vor von internationaler Klasse sind, davon konnte Detlef Uibel ausgehen. Aber ob Jens Fiedler, Rene Wolff und Stefan Nimke im olympischen Velodrom auf die Sekunde topfit und vor allem nervenstark sein würden, darin war sich der Bundestrainer dann doch nicht mehr ganz so sicher. „Wir haben zwar mit einer Medaille geliebäugelt, aber dass es sogar Gold geworden ist, ist eine Überraschung“, sagte Uibel dann auch ganz ehrlich, während sein Trio als neuer Olympiasieger im Teamsprint seine Ehrenrunden drehte.

Der Verantwortliche für den Sprintbereich im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hatte mit einer Entscheidung maßgeblichen Anteil an diesem großen Erfolg. Erst am Tag zuvor hatte Stefan Nimke Bronze im 1000-m-Zeitfahren gewonnen, und Uibel baute ihn daraufhin in das Sprintteam ein. Das brachte die entscheidende Stärkung, denn hinter dem 34-jährigen Jens Fiedler als Anfahrer und dem schnellen Rene Wolff für die zweite Runde erwies sich Stefan Nimke mit seinen Sprint-Ausdauerqualitäten letztlich als der große Trumpf. Dabei war das im Finale, als sich die BDR-Fahrer in 43,980 Sekunden gegen Japan (44,246 Sekunden) durchsetzten, nicht einmal am deutlichsten zu sehen. In der Runde der besten acht Mannschaften hatte das deutsche Team zuvor die mitfavorisierten Briten um 1000-m-Olympiasieger Hoy ausgeschaltet und war dabei in 43,955 Sekunden Tagesbestzeit gefahren. Das war das erhoffte Signal. Alle steigerten sich bis zum Goldgewinn. Für den großen Favoriten Frankreich gab es Bronze.

Für Jens Fiedler war es nach seinen Einzelerfolgen in Barcelona 1992 und Atlanta 1996 das insgesamt drittes Olympiagold. „Der Sieg ist ein Traum. Entscheidend war die Harmonie in der Mannschaft. Wir mussten nicht auf Fehler anderer warten“, sagte Fiedler. Nach oder noch in Athen will er seine internationale Karriere beenden. In der Nacht zum Sonntag möchte er nun entscheiden, ob er noch im Sprint- und Keirin-Wettbewerb antritt oder seine internationale Karriere schon mit dem Triumph im Team-Wettbewerb beendet.

Zur Erfolgsbilanz des für den Chemnitzer PSV startenden Fiedler zählen zudem die beiden Bronzemedaillen von Sydney im Einzelsprint und im Keirin, drei Weltmeistertitel und viele weitere erste Ränge. Doch sein Nachfolger fuhr in Athen bereits hinter ihm, der Erfurter Rene Wolff. Doch das ist die Zukunft. Fiedler genoss erst einmal gemeinsam mit seinem Sohn den Beifall. Die Ehrentour mit ihm hatte er lange geplant. „Das war große Emotion“, sagte Fiedler. Tsp

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