Sport : Mit Lässigkeit und Arroganz

Bayer Leverkusen verliert 0:1 beim Aufsteiger SC Freiburg

Christoph Kieslich

Freiburg. Bayer 04 Leverkusen hat im Kampf um den Titel einen herben Rückschlag einstecken müssen: Kaum sind die Ziele für diese Saison in Richtung Meisterschaft korrigiert worden, unterlag die Mannschaft von Klaus Augenthaler beim SC Freiburg 0:1. Als „ärgerlich, weil unnötig“, empfand der Trainer diese Niederlage mit der sich der Rückstand auf Spitzenreiter SV Werder Bremen auf sieben Punkte erhöhte.

Die Niederlage war vermeidbar gewesen, vor allem angesichts der guten Chancen, die die Leverkusener vergaben. Allein Dimitar Berbatow ließ in der Anfangsphase zwei blendende Möglichkeiten ungenutzt, wobei er in der neunten Minute Pech mit einem Schuss an den Innenpfosten hatte. Gegen sehr verhalten auftretende Freiburger, die sich fast in die Rolle der Auswärtself begaben, war es das aber auch schon. „Da hatte die Mannschaft das Gefühl, das Spiel im Griff zu haben. Und das Tor für uns fällt automatisch“, sagte Bayers Manager Reiner Calmund. „Da haben sich Lässigkeit und Arroganz eingeschlichen.“

Das ermunterte den SC Freiburg, bei dem Sascha Riether sich im defensiven Mittelfeld Fleißnoten verdiente und Alexander Iaschwili mit seinen Dribblings bestach, aktiver zu werden. Hinter seiner Verteidigung strahlte Timo Reus Sicherheit aus. Er stand erstmals seit Mai 2000 wieder im SC-Tor stand, weil Kapitän Richard Golz am Morgen wegen einer Bauchmuskelreizung passen musste. Die Entscheidung fiel beim vierten Eckball, den Iaschwili raffiniert und flach auf die Strafraumecke zurücklegte. Rode Antar überraschte Torhüter Butt mit einem Dropkick. Es war im vierten Spiel des Libanesen bereits der vierte Treffer.

Auch nach dem Gegentor hatte Bayer noch genügend Zeit, etwas auf die Beine zu stellen, war im Abschluss aber entweder zu fantasielos oder zu unentschlossen. Dem elfmeterreifen Foul an Berbatow in der Nachspielzeit hielten die Freiburger einen nicht gegebenen Treffer Antars entgegen. „Es wäre zu billig, jetzt nur auf Elfmeter zu pochen. Wir müssen schon etwas selbstkritischer sein“, sagte Calmund.

Das wird Klaus Augenthaler in den nächsten Tagen übernehmen. Daniel Bierofka, der mit seinem Ballverlust den Konter eingeleitet hatte, der zur Führung führte, wurde umgehend mit der Auswechslung gestraft. Ebenso schwer wie der Verlust der Punkte wiegt die Verletzung des starken Robson Ponte. Er schied mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss aus. „Es schaut nicht gut aus“, sagte Augenthaler.

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