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Mit Trainer Uwe Neuhaus : Dynamo Dresden: Tradition im Aufstiegsmodus

Dynamo Dresden kann schon heute in die Zweite Liga aufsteigen. Der Erfolg kam mit dem Einstieg von Uwe Neuhaus, zuvor Trainer des 1. FC Union Berlin.

Friederike Buttgereit
Aus dem Nebel. Uwe Neuhaus führte Dynamo Dresden zurück in die Erfolgsspur.
Aus dem Nebel. Uwe Neuhaus führte Dynamo Dresden zurück in die Erfolgsspur.Foto: Imago

An diesem Samstag spielt Dynamo Dresden gegen den 1. FC Magdeburg (14 Uhr, live beim MDR). Und der Ausgang dieses Spiels könnte ein großer Tag für den ehemaligen DDR-Erfolgsverein aus Sachsen werden. Ein gaaaanz großer Tag. Denn sollte der Tabellenführer der Dritten Liga einen Punkt holen, würde er schon vorzeitig seinen Aufstieg besiegeln. Zwei Jahre ist der Abstieg unter dem ehemaligen Trainer Olaf Janßen nun her. Lange genug Dritte Liga, es geht wieder hoch für Dynamo.

Der 1953 gegründete Verein war einer der erfolgreichsten und bekanntesten Fußballvereine der DDR. Achtmal Meister in der DDR-Oberliga und sieben Mal DDR-Pokalsieger. Bis zur Wende lief alles sensationell für den Verein. Doch die Zeit zwischen 1995 und 2013 waren nicht unbedingt die Glanzjahre von Dynamo. Nüchtern und offen betrachtet eigentlich sogar ganz und gar nicht. Eine Niederlage nach der anderen musste der Verein wegstecken, der Untergang einer DDR-Erfolgsgeschichte. Denn bis Anfang der 90er Jahre lief es für die Dresdner gut. Ein riesiger Verein voller Tradition, Zusammenhalt und Emotion, dem die Wende aus unerklärlichen Gründen ein heftiges Knockout verpasste.

Im Großen und Ganzen startete der Verein eigentlich unter ziemlich akzeptablen Voraussetzungen in die Nach-Wende-Jahre. Eine wahnsinnig große Fangemeinschaft, ein tolles Stadion – und trotzdem blieb jeder Erfolg schlagartig aus. Zu Beginn Ausbeutung durch Westinvestoren, später Sponsorenprobleme, wechselnde Trainer, wechselnde Präsidenten, außerdem Ausschlüsse und Punktabzüge sowie einige Problemfans. Die riesige Fangemeinschaft mit ihrer Vereinsverbundenheit – Fluch und Segen zugleich.  In diesem Falle läuft die Tendenz wohl aber eher Richtung Fluch. 1991 musste das Europapokal-Rückspiel Dynamo Dresden gegen Roter Stern Belgrad wegen Fan-Randale abgebrochen werden und die Uefa verordnete zwei Europaspielzeiten Sperre für den Klub. Einige Dynamo-Anhänger gehen mit ihrer grenzenlosen Liebe zum Verein scheinbar genauso traditionsbewusst um wie mit ihren Extrem-Randalen.

Rauchbomben, Knallkörper, Wurfgeschosse

Eine interessante Frage ist auch, wie hoch eigentlich der Bußgeldbetrag ist, den der Verein in den letzten 25 Jahren seinen Fans verschuldet zahlen musste. Rauchbomben, Knallkörper, Wurfgeschosse, Feuerwerkskörper und Brandstiftung. Viele Jahre lang fielen die Dynamo-Fans durch Krawalle, ganz zu schweigen von dem Ruf des Rechtsradikalismus, der den Dresdnern ohnehin schon zugeschoben wird und der sowohl dem Image als auch dem Sympathiefaktor des Vereins schadete.

Doch damit soll jetzt endlich Schluss sein. Die Zuversicht, dass Dynamo sich beim Spiel am Samstag zum Aufstieg punktet, ist groß. Und es gegen Magdeburg noch nicht klappen, dann eben nächste Woche. Der Aufstieg in die Zweite Liga gilt als so sicher wie selten zuvor.

Nachdem mit Trainer Stefan Böger irgendwann die Erfolge ausblieben, folgte Uwe Neuhaus. Mit ihm läuft‘s. Uwe Neuhaus, ehemaliger Bundesligaprofi des Wattenscheid 09, bringt den Verein seit April 2015 stetig immer weiter ein Stück nach oben. Wie das geht, weiß er aus Erfahrung.

Etwas Besseres als Neuhaus hätte Dresden kaum passieren können

2007 hatte Neuhaus das Traineramt beim 1. FC Union in Berlin angetreten – sein größte Erfolgsphase bisher. Ähnlich wie Dresden hing Union damals unglücklich in der Dritten Liga fest und kassierte eine Niederlage nach der anderen. Mit Neuhaus gelang dem Verein schließlich der Aufstieg. Der Verein ist nun ein anderer, die Methoden von Neuhaus funktionieren aber auch in Dresden. Seine jahrelange Profifußballerfahrung kommt Dynamo zweifelsfrei zugute.

Etwas Besseres als Uwe Neuhaus hätte Dynamo Dresden kaum passieren können. Das ist nicht zu bestreiten, noch nie standen die Aufstiegschancen so gut, war die Zuversicht auf einen Erfolg in der Mannschaft und unter den Fans so stark. Mit 67 Punkten aus 33 Spielen führen die Sachsen die Tabelle an, nur zwei Begegnungen gingen in dieser Saison bisher verloren. Neuhaus führte den Verein souverän und innerhalb von kürzester Zeit an die Spitze der Dritten Liga und hält sie dort mit gutem Sicherheitsabstand zum dritten Rang fest. Und der Traum von der Profiliga ist nur noch ein Spiel entfernt. Die Euphorie unter den Sachsen ist unbeschreiblich, der 16. April 2016 könnte zu einem legendären Tag werden, ein Riesenereignis in der Fußballgeschichte Dynamos, das sicher nicht in Vergessenheit geraten wird.

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