Sport : Mit Zahnschmerz ins Derby Hoppegartener Stute

startet in Hamburg

Ingo Wolff

Berlin - Garden Route hat bis vor kurzem Zahnschmerzen gehabt und nicht gut gefressen. Die junge Stute aus Hoppegarten ist also nicht so fit, wie sie es eigentlich hätte sein sollen. Immerhin läuft Garden Route heute das wichtigstes Rennen in ihrem Leben: das Deutsche Stutenderby in Hamburg. Weil die dreijährigen männlichen Pferde den weiblichen häufig überlegen sind und es für die Stuten im großen Derby nur einen kleinen Ausgleich für ihre Weiblichkeit gibt, hat man ein Extrarennen für sie eingerichtet. Zum 147. Mal wird der Preis der Diana nun gelaufen, seit einem Jahr in Hamburg, weil Mülheim das hohe Preisgeld nicht mehr bezahlen konnte. Das mit 400 000 Euro dotierte Gruppe-I-Rennen ist eingebunden in eine zweitägige Rennveranstaltung in Hamburg-Horn und ist das zweite Meeting dort neben der Derbywoche Anfang Juli.

Das Stutenderby ist für Garden Route eine besondere Herausforderung. Die Stute geht mit nur einem Rennen Erfahrung in die Startbox. Einmal sollte sie als Zweijährige in Halle starten, doch das Rennen wurde kurz vor dem Start abgesagt. So hat Garden Route vorab die niedrigste Bewertung aller zwölf Pferde bekommen. Das bedeutet nicht, dass sie gegen die starke Konkurrenz keine Chance hätte. „Sie ist eine Kämpferin“, sagt ihr Trainer Werner Bauermeister. Beim Hoppegartener Saisonstart am Pfingstsonntag hatte die Stute überlegen den Brocken Cup gewonnen. „Ihr Vater war ein Steher und ihre Mutter eine Sprinterin“, sagt Bauermeister. Er glaubt an den Ehrgeiz der Stute und ihren Endspurt, selbst wenn sie hinten liegt. Schon in Hoppegarten war Garden Route erst zum Ende an allen vorbeigeflogen.

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