• Moderne Zeiten befürchtet DFB-Präsident Braun. Ein wenig zu spät erschallt die Mahnung vor dem Selbstverkauf des Fußballs

Sport : Moderne Zeiten befürchtet DFB-Präsident Braun. Ein wenig zu spät erschallt die Mahnung vor dem Selbstverkauf des Fußballs

ben

Gerade noch rechtzeitig zum Ausklang des Milleniums treten die Modernisierer auf den Plan. Gerne erinnern wir an das Ansinnen von Joseph Blatter, Chef des Weltfußballverbandes, der seine Verbände nun alle zwei Jahre zur Weltmeisterschaft zusammentrommeln will, weil ihm die Zeit dazwischen zu langweilig wurde. Dass sich mit mehr Weltmeisterschaften mehr Geld verdienen lässt, muss der Ordnung halber auch erwähnt werden. Das Echo im Fußballvolk war eher ablehnend, ganz offensichtlich ist die Zeit dafür noch nicht reif.

Wofür die Zeit sehr wohl reif ist, sind jedoch fünf olympische Goldmedaillen. Der zweite große Erneuerer des Weltsportes, Primo Nebiolo, hat es möglich gemacht. Der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes handelte mit dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele von Sydney einen Zeitplan aus, der seinen Stars Mehrfachstarts ermöglicht. Ach, was wird das Schlagzeilen geben, wenn um den Hals von Marion Jones fünf Goldmedaillen baumeln oder Michael Johnson seinen olympischen Doppelsieg wiederholt. Wenn alle erst vom australischen Goldrausch erfasst worden sind, wird auch niemand so ein unerfreuliches Thema wie Doping ansprechen wollen. Das freut Sponsoren und Funktionäre.

Doch halt, was müssen wir aus Sofia hören. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes warnt "vor der totalen Kommerzialisierung" des Fußballsports. Der Fußball laufe Gefahr "sich ideell und materiell an die Wirtschaft, das Fernsehen oder an die Rechtevermarkter zu verkaufen", sagt Egidius Braun. Wie nett. Vielleicht sollte Herr Braun mal seine Kollegen Blatter und Nebiolo fragen, in welcher Zeit wir leben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben