Moderner Fünfkampf : Zu langsam im Gelände

Deutsche Fünfkämpfer verpassen eine WM-Einzelmedaille und das Olympiaticket.

Jennifer Witt

Als eine Eiche zur Erinnerung an die WM nahe dem Berliner Olympiastadion gepflanzt wird, strahlt Klaus Schormann zufrieden. Der Präsident des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf hat längst jene Zeit vergessen, als er um den olympischen Status seiner Sportart bangen musste. „Das ist kein Thema mehr“, sagt er und wendet sich der nahenden Entscheidung bei den Männern zu.

Gerade bereiten sich die Deutschen auf das Laufen im Gelände über 3000 Meter vor. Der Beste von ihnen ist vor der letzten Disziplin Steffen Gebhardt aus Bensheim auf dem dritten Platz. Er könnte den Traum von einer Einzelmedaille, die am Tag zuvor bereits Lena Schöneborn mit Silber erkämpft hatte, auch für die Männer wahr machen. Das wäre dann das zweite Olympiaticket gewesen.

Zehn Minuten später steht fest, dass es nicht geklappt hat – Gebhardt wird Vierter. Der Ungar Viktor Horvath holt sich souverän die Goldmedaille. Für die Deutschen gibt es nur den WM-Titel mit der Mannschaft als Trost. „Schade, dass die Strecke nicht noch 40 Meter länger war“, erklärt Gebhardt, „ich hätte wohl wenigstens den Dritten, den Ungarn Nemeth, noch bekommen.“ Aber Gebhardt hat zumindest Punkte in der Weltrangliste gutmachen können und damit die Qualifikations-Chance für Olympia erhalten.

Der Weltmeister von 2003, Eric Walther aus Berlin, ist vor dem Laufen 16. gewesen, kämpft sich jedoch noch auf Rang zehn vor. Schormann weiß um die Qualitäten Walthers. „Er bringt Weltklasseleistungen“, erklärt er, „nur im Fechten und Schießen hatte er heute nicht seinen besten Tag.“ Sebastian Dietz wird nur 18. Seinen Kampfgeist hat er deshalb noch längst nicht verloren. „Ich gönne es den anderen“, sagt er, „doch ich will auch zu Olympia.“ Den Weg dafür hat Schormann auch als Präsident des internationalen Verbandes geebnet. Jennifer Witt

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