Sport : Mögliches Schumacher-Comeback schon beim WM-Lauf in Ungarn

Michael Schumacher denkt offenbar ernsthaft über ein Comeback in der Formel-1-Weltmeisterschaft schon beim Großen Preis von Ungarn am 15. August in Budapest nach. Am kommenden Sonnabend, fast auf den Tag genau vier Wochen nach seinem Unfall beim britischen Grand Prix am 11. Juli in Silverstone, sind auf der Ferrari-Strecke in Fiorano erste Testfahrten geplant. Voraussetzung dafür ist, dass die Ärzte nach einer eingehenden Untersuchung am Freitag in Genf dem prominenten Patienten Grünes Licht geben.

"Wenn es aus medizinischer Sicht keine Einwände oder Bedenken gibt, wird Michael am Sonnabend testen", bestätigte Schumachers Manager Willi Weber. Ob er dann tatsächlich bereits in Budapest wieder dabei ist, ließ Weber noch offen: "Erstmal müsste Michael die Testfahrten einigermaßen problemlos überstehen." Ferrari ist noch nicht über die überraschenden Comeback-Pläne seines Piloten Michael Schumacher informiert. "Wir haben noch keinerlei Mitteilung bekommen", sagte am Dienstagnachmittag eine Sprecherin aus dem Pressebüro des italienischen Rennstalls.

Größere Probleme als das bei dem Unfall gebrochene Schien- und Wadenbein macht Schumacher nach eigenen Angaben eine Schnittwunde an der Ferse: "Dadurch ist mein Fuß ziemlich geschwollen. Das kann wahrscheinlich länger dauern als die Heilung des Knochens." Derzeit absolviert der zweimalige Weltmeister ein spezielles Rehabilitationsprogramm: "Das fängt morgens um neun Uhr an und geht bis abends um sieben. Das Problem ist, dass ich mit dem verletzten Bein noch kein direktes Konditionsprogramm machen kann und dadurch einiges an Fitness eingebüßt habe."

Trotz aller Widrigkeiten scheint Schumacher nicht bereit, seinem Teamgefährten Eddie Irvine den WM-Titel kampflos zu überlassen. "Man muss doch auch mal sehen, dass Ferrari und Irvine die beiden Rennen in Zeltweg und Hockenheim nicht gewonnen haben, sondern die Konkurrenz hat sie verloren", meinte Willi Weber, sichtlich erzürnt über die Kommentare in den italienischen Blättern, die Schumacher am Montag bereits abgeschrieben hatten: "Außerdem hat Ferrari es alleine Michael zu verdanken, dass ihre Autos heute auf diesem Stand sind." Bestätigt wird Weber von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der die Kampagne gegen Schumacher in den italienischen Medien als "abscheulich" bezeichnet hat. "Was da läuft, hat mit Sport nichts mehr zu tun. Schumacher und Irvine sind im Training insgesamt 54 Mal gegeneinander gefahren, davon war Michael 50 Mal der Schnellere."

Dass Michael Schumacher möglicherweise früher als geplant in die WM zurückkehrt, überraschte Norbert Haug nicht so sehr: "Ich kann mir kein Urteil über die Verletzung erlauben, aber ich bin sicher, dass Michael kein Risiko eingehen und auf die Ärzte hören wird. Ich kann nur sagen, dass wir uns freuen, wenn er wieder dabei ist."

In der Weltmeisterschafts-Wertung liegt Schumacher mittlerweile mit 32 Punkten auf dem vierten Platz hinter Irvine (52), Häkkinen (44) und Heinz-Harald Frentzen (33).

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