Mönchengladbach : Hans Meyer und der Libero

Es hat zwar keine historischen Ausmaße, wenn im modernen Fußball wie von Gladbachs Trainer Hans Meyer mal wieder auf einen Libero gesetzt wird - für Aufsehen sorgt es aber allemal.

Mathias Klappenbach
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So etwas habe er seit 60 Jahren nicht mehr gesehen, sagte Stuttgarts 23 Jahre alter Stürmer Mario Gomez nach dem Spiel vor einer Woche gegen Mönchengladbach. Und erinnerte darin an den kleinen Jungen, der immer in den Dokumentationen an der gefallenen Mauer 1989 sagt, was er 40 Jahre lang alles entbehren musste. Es hat keine historischen Ausmaße, wenn im modernen Fußball wie von Gladbachs Trainer Hans Meyer mal wieder auf einen Libero gesetzt wird, für Aufsehen sorgt es aber allemal. Berühmt und Europameister mit Griechenland wurde Otto Rehhagel mittels dieser Taktik, aber Meyer hat ein anderes Vorbild für diese Maßnahme: sich selbst. Schon in seiner ersten Zeit in Gladbach 1999 setzte er monatelang einen Libero ein, wie auch einige Zeit 2005 in Nürnberg. Dort bezeichnete er seinen Libero Mario Cantaluppi als „freien Mann“ und entschuldigte sich sogar für diese Maßnahme, die es sonst nur noch bei Jugendmannschaften und in unteren Klassen gibt, weil dort viele Abseitsstellungen mangels Linienrichtern nicht geahndet werden. Auch Meyers neuer Libero Tomas Galasek spielt zusätzlich zu zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr und rückt im Bedarfsfall als dritter Innenverteidiger ein. So soll der Routinier Gladbachs verunsicherter Defensive Sicherheit geben. Das könnte am Wochenende gegen Hoffenheims Kombinationswirbel ein gar nicht so schlechtes Mittel sein, gegen Stuttgart hat es lange Zeit auch funktioniert. Sonst hätte sich Mario Gomez nicht so aufgeregt.

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