Mönchengladbach - Kaiserslautern 0:1 : Gladbach bleibt Verlierer

Unten hängen geblieben: In einem schwachen Spiel unterliegt der Tabellenletzte Borussia Mönchengladbach dem 1. FC Kaiserslautern mit 0:1.

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Gladbach kann sich nicht hochziehen. Filip Daems (links) und Srdjan Lakic (rechts) im Zweikampf um den Ball.
Gladbach kann sich nicht hochziehen. Filip Daems (links) und Srdjan Lakic (rechts) im Zweikampf um den Ball.Foto: dpa

Derzeit stellt Max Eberl gerne Querverweise an. Weil Borussia Mönchengladbach, wo Eberl Sportdirektor ist, hartnäckig am Tabellenende der Fußball-Bundesliga klebt, sieht sich Eberl lieber an, was seine Mannschaft im Vergleich zur Konkurrenz seit Weihnachten angestellt hat. Heraus kommt Platz acht in der Rückrunden-Wertung – und Eberls aufmunternde Erkenntnis: „Wir haben gegenüber vielen Konkurrenten den besseren Trend.“ Doch Mönchengladbach hat den ärgerlichen Hang, die wichtigen direkten Duelle gegen die Tabellennachbarn zu verlieren. Das fatale 0:1 im gestrigen Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern war die Bestätigung der unerfreulichen Serie – und für Gladbach zugleich ein mächtiger Schritt in Richtung Zweite Liga. „Wir hatten zu einfache Ballverluste im Spiel nach vorne“, sagte der enttäuschte Gladbacher Filip Daems. „Das Spiel wäre eine gute Chance gewesen, oben heranzukommen, aber so bleiben wir unten hängen.“
Nur einmal blitzte Hoffnung auf

Im Vergleich zu den Gastgebern boten die Pfälzer schon in der ersten Halbzeit den etwas ansehnlicheren, weil ruhigeren Fußball. Gladbach, angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Gegner unter Zugzwang, bemühte sich zwar um druckvolles Spiel. Meistens endete das Ganze aber so, dass sich ein Borusse – bevorzugt Linksverteidiger Daems – mit dem Ball im Nichts oder in einen Gegenspieler verrannte. Oder so, dass Gladbachs Offensivkräfte, sofern das Spielgerät es einmal bis zu ihnen schaffte, einander missverstanden. Nur einmal, als Lauterns Innenverteidiger Rodnei nach 15 Minuten einen halben Meter vor dem eigenen Tor per Kopf retten musste, hatten die einheimischen Fans den Torschrei auf den Lippen. An der Seitenauslinie ruderte Trainer Lucien Favre aus lauter Verzweiflung über das bruchstückhafte Spiel seiner Elf wie eine Windmühle wild mit den Armen. Vor allem, als die Lauterer kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Mittelstürmer Adam Nemec sowie Rodnei und Jan Moravek kurz darauf zwei Großchancen ausließen.
Die Lauterer bauten zunehmend ihre Überlegenheit aus

Dann war Pause, das Gladbacher Publikum pfiff – und bereitete sich insgeheim wohl schon auf mehr des Gleichen vor. Das Team von Marco Kurz baute seine spielerische und nervliche Überlegenheit weiter aus: Mittelfeldspieler Christian Tiffert verfehlte die Führung mit einem Flachschuss noch um Haaresbreite.
Was Lautern nicht schaffte, übernahm Logan Bailly. Gladbachs Schlussmann, in der Hinrunde bereits zum Ersatzkeeper degradiert, nach seiner Rückkehr zuletzt aber ein stabilisierender Faktor in der Favre-Elf, entschloss sich nach einer Tiffert-Ecke zur einhändigen Faustabwehr. Eine schlechte Entscheidung, denn anstatt vom Tor weg boxte sich der Belgier den Ball ins eigene Netz.
Nennenswerte Gegenwehr konnte die nun noch nervösere Borussia bis zum Schlusspfiff nicht mehr leisten, so dass Sportchef Eberl jetzt allmählich die Querverweise ausgehen. „Das war ein großer Schritt“, bilanzierte dagegen Lauterns Trainer Marco Kurz.

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