Motorsport - Langstrecken-WM : Unfall von Mark Webber endet glimpflich

Der Unfall von Mark Webber bei der Langstrecken-WM in Interlagos blieb doch ohne gravierende Folgen. Wenig später konnte sich der Porsche-Fahrer sogar schon wieder freuen.

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Mark Webbers Auto ist Schrott, der Fahrer selbst kaum mit kleineren Verletzungen und dem Schrecken davon.
Mark Webbers Auto ist Schrott, der Fahrer selbst kaum mit kleineren Verletzungen und dem Schrecken davon.Foto: dpa

Mark Webber kennt die schnelle Kurve, die ihm am Sonntagabend in Interlagos zum Verhängnis wurde, gut: Schon 2003 hatte er dort ziemlich am Anfang seiner Formel-1-Karriere einen ziemlich heftigen Abflug – diesmal erwischte es bei annähernd Tempo 250 im Porsche, beim Finale der Langstrecken-WM, 25 Minuten vor Rennende: „Ich kann mich nicht erinnern, wie der Crash passiert ist, das Team muss das jetzt mit Hilfe der Daten analysieren“, sagte er am Montag, noch im Hospital Bandeirantes in Sao Paulo. Der ebenfalls am Unfall beteiligte italienische Ferrari-GT-Pilot Matteo Cressoni meinte, dass er nicht Auslöser, sondern Opfer gewesen sei: „Mein Auto wurde erst von dem schon kreiselnden Porsche getroffen.“  Webber hatte schon in der Nacht Besuch von seinen beiden Teamkollegen Timo Bernhard und Brendon Hartley bekommen, am Montagmorgen  kam auch der zweimalige brasilianische Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi vorbei, der ja auch Promoter des Rennens in Sao Paulo ist.  

Wobei sich der Australier wohl irgendwann auch ein bisschen Ruhe wünschte: „Ich habe überall Prellungen, eine Gehirnerschütterung und ziemlich böse Kopfschmerzen – aber ich gehe davon aus, dass ich noch im Laufe dieser Woche nach England zurück fliegen kann.“ Trotz der Schmerzen freute er sich aber mit dem ganzen Team über den ersten Porsche-Sieg bei den Prototypen in einem Langstrecken-WM-Lauf seit 1989 durch das Schwesterauto: „Es ist toll, dass es unsere Nummer 14 geschafft hat, diesen Erfolg ins Ziel zu bringen – das ist ein toller Saisonabschluss.

Zu Beginn schienen Webber, Bernhard und Hartley ja selbst auf dem besten Weg, diesen historischen Triumph für die Stuttgarter zu holen  – doch kleinere technische Probleme am Turbo sorgten dann dafür, dass das Auto mit der Nummer 20 ein bisschen zurück fiel und die 14 zur neuen Speerspitze wurde. Marc Lieb, der Schweizer Neel Jani und der Franzose Romain Dumas brachten den Sieg dann auch unter Dach und Fach – wobei die Freude zumindest am Anfang doch gedämpft ausfiel, obwohl relativ schnell klar war, dass Webber recht glimpflich davon gekommen war. „Aber dennoch bringt dieser Unfall eine seltsame Mischung von Emotionen in den großen Jubel über den Sieg“, meinte Porsche- Rennleiter Fritz Enzinger.“ 

Porsche feierte den ersten Sieg in einem Rennen der Langstrecken-WM

Für Porsche war der Sieg beim Finale die Krönung einer sehr erfolgreichen Einstiegssaison in die Langstrecken-Weltmeisterschaft: Gegenüber der Konkurrenz von Audi und Toyota nicht mit dem größten Budget, aber mit einem innovativen Motoren- und Energierückgewinnungskonzept ausgestattet, machten die Stuttgarter im Laufe des Jahres große Fortschritte. Audi hat man bereits überholt, auf eine Runde im Qualifying lag man in den letzten Rennen schon immer ganz vorn, nur im Rennen war zumindest  Toyota immer noch stärker – diesmal nicht. Obwohl das Auto im Vergleich zur Konkurrenz noch ein bisschen schwerer ist – ein Bereich den man für 2015 für weitere Verbesserungen ins Auge gefasst hat: „Es ist alles immer ein Kompromiss. Der Nachteil kommt  aber auch durch die hohen Energiespeicher-Kapazitäten unserer Batterien“, sagt Technikchef Alex Hitzinger, „und daran, dass wir sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt haben.“  Was sich ja am Sonntagabend prompt auszahlte – das Webber-Auto wirkte zwar sehr stark beschädigt, doch alle „Sollbruchstellen“ hatten funktioniert, die eigentliche Cockpit-Zelle war intakt geblieben. 

Im kommenden Jahr heißt das ganz große Ziel für Porsche jetzt vor allem: Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans – dem absoluten Highlight des Langstreckensports. Um die Chancen zu erhöhen, wird man dort mit einem dritten Auto antreten. Ein Fahrer dafür steht ja schon fest: Nico Hülkenberg, der dafür einen Abstecher aus der Formel 1 in die WEC machen wird – erste Tests dafür soll er noch in diesem Jahr bestreiten.

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