Sport : Münchner Sauerkraut

Benedikt Voigt

denkt über das zweite Mal nach Sie zählt zu den bedeutsamen Fragen des Lebens: Soll man etwas zum zweiten Mal machen? Einen Fehler, darüber sind sich die meisten einig, sollte man nicht wiederholen, das wäre dumm. Schwieriger wird es, wenn es um etwas geht, das gut und schön war: Eine Beziehung, ein Urlaub oder ein Job. Einerseits winkt die Chance, dass es wieder so gut und schön wird wie zuvor, andererseits besteht die Gefahr, beim zweiten Mal enttäuscht zu werden. Weil die Zeit vieles ändert.

Am Montagabend saß Werner Lorant beim 2:1 des TSV 1860 München über Greuther Fürth auf der Haupttribüne im Grünwalder Stadion. Der arbeitslose Fußballtrainer beantwortet die Frage nach dem zweiten Mal mit Ja. Ja, er würde gerne wieder Espresso im Löwenstüberl schlürfen, wie er es als Trainer beim TSV 1860 bereits zwischen 1992 und 2001 getan hatte. Unter Lorant erlebte der Klub die erfolgreichste Zeit der jüngeren Vergangenheit, bis auf Rang vier der Bundesliga hat Lorant ihn gehievt. Der TSV 1860 sucht zurzeit einen neuen Trainer, trotzdem kommt er auf die Frage nach dem zweiten Mal mit Lorant zu einem anderen Ergebnis.

Aus dem aufstrebenden Traditionsklub ist ein orientierungsloser Zweitligist geworden, der dringend neue Impulse benötigt. Ein Trainer der Vergangenheit kann in dieser Situation keine Aufbruchstimmung vermitteln. Das weiß das neue Präsidium des TSV 1860 München, der Chef des Hauptsponsors sagt sogar: „Nur Sauerkraut schmeckt aufgewärmt gut.“ So kann man die Frage nach dem zweiten Mal natürlich auch beantworten.

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