Sport : Münzen auf Trabis

Am Abend des 9. November bin ich ganz normal schlafen gegangen, ich war zu Besuch bei meinen Eltern in Lübeck. Ich habe es erst am nächsten Tag mitbekommen. Abends bin ich dann mit meiner Freundin zum Grenzübergang Schlutup gefahren. Die Stadt war voll, auf allen Trabis, die überall auf dem Bürgersteig parkten, lag Geld, kleine Münztürme. Auf Kühlerhauben und Dächern, als Spende vielleicht, das hat keiner geklaut. Es lag Freude in der Luft, Menschen strömten durch die Stadt, in diesen typischen DDR-Jeansklamotten. Anfang Januar bin ich einfach mal rübergefahren nach Mecklenburg-Vorpommern, das waren ja keine drei Kilometer. Aber die Dörfer waren ziemlich verfallen, die Straßen in schlechtem Zustand, einen Kaffee konnte man nirgends trinken. Klar, für die DDR war das Grenzgebiet. Da wollte man keine Besucher.

HENRIK AUGUSTIN (53)

Stadtführer aus Berlin

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