Sport : Mut zur Kunst

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Auf den ersten Blick ist alles wie gewohnt: Chaos in Hamburg, reihenweise Absagen bekannter Trainer, die vielleicht in der Not beim Tabellenletzten hätten einspringen können. Nun präsentiert der einzige Klub, der von Anbeginn in der Bundesliga ununterbrochen dabei ist, nach dem entlassenen Michael Oenning und scheinbar wirrer Suche das nächste junge Gesicht, mit dem alles besser werden soll. Eine schwierige Aufgabe für Thorsten Fink.

Mit dem FC Basel wurde er zweimal Meister und einmal Pokalsieger. In der Schweiz. Die Bundesliga und gerade der HSV sind nun eine viel größere Herausforderung. Bei seiner bislang einzigen Trainerstation in Deutschland stieg er mit dem FC Ingolstadt in die Zweite Liga auf, überforderte dort aber seine Spieler mit dem Prinzip dominanter Spielkunst. Fink konnte es sich nicht verkneifen, nach seiner Entlassung vor zwei Jahren den Ingolstädtern hinterherzurufen, dass sie mit ihm nicht abgestiegen wären.

An einem ähnlichen Anspruch ist auch Bruno Labbadia einst in Leverkusen und in Hamburg gescheitert. Wird Fink mit seinen Ambitionen nur der nächste in der inzwischen langen Liste ehemaliger HSV-Trainer?

Die Hamburger haben einen Kader mit talentierten Profis, die allemal gut genug für den Klassenerhalt sind, aber die speziellen Anforderungen des Abstiegskampfes nicht kennen. Es spricht für HSV-Sportchef Frank Arnesen, dass er von dem Kader überzeugt ist und nicht schnell einen gestandenen Trainer geholt hat, um für Beruhigung zu sorgen. Mit Fink will er trotz der gegenwärtigen Lage Fußball spielen lassen, der attraktiv und erfolgreich ist. Für diesen Mut sollte der HSV belohnt werden.

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