Sport : MV, der Lobbyist

Der DFB-Präsident vermittelt zwischen dem VfB Stuttgart und Torhüter Timo Hildebrand

Oliver Trust

Stuttgart - Als beim Neujahrsempfang des VfB Stuttgart in den heiligen Hallen des Gottlieb-Daimler-Stadions am Sonntagvormittag Maultaschen und Kartoffelsalat gereicht wurden, eröffneten sich am Rande plötzlich neue Perspektiven für einen, der längst verstoßen schien. Gerhard Mayer-Vorfelder, DFB-Präsident und Ehrenpräsident der Schwaben, vermittelt im Gerangel um Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand zwischen Spieler und Verein. „Ich bin der Meinung, das Tischtuch ist noch nicht zerschnitten. Timo muss jetzt sagen: Lasst uns noch einmal reden“, sagte Mayer-Vorfelder.

Wie ein Lobbyist sprach Gerhard Mayer-Vorfelder, Spitzname: MV, zuerst mit dem abtrünnigen Torwart, der einen bis 2010 datierten und mit 1,8 Millionen Euro vergüteten Vertrag bisher ablehnte. Dann bat Mayer-Vorfelder die VfB-Manager Herbert Briem und Jochen Schneider zur Audienz, später weihte er auch Präsident Erwin Staudt ein. Die Frage ist nun, ob sich die Stuttgarter noch einmal mit Hildebrands unnachgiebigem Berater Dusan Bukovac an einen Tisch setzen oder eine Trennung des Torwarts vom serbischen Ratgeber als neue Verhandlungsgrundlage verlangen.

Timo Hildebrand macht, obwohl er offiziell keine Aussagen macht, in seinem Umfeld keinen Hehl daraus, dass er am liebsten in Stuttgart bleiben würde. Mit traurigem Gesichtsausdruck schleicht der Nationaltorwart seit dem Scheitern der letzten Gespräche zum Training.

Beim ersten Rückrundenspiel in Mainz (3:2) allerdings zeigte Hildebrand Nervenstärke und beeindruckte mit einen fehlerfreien Leistung, obwohl er sich Pfiffe der VfB-Fans gefallen lassen musste. Nur mit Mühe konnte Hildebrand von Mitspielern überredet werden, nach Spielende in die Fankurve zu winken. Am Sonntag saß er lange bei Mayer-Vorfelder, und zum ersten Mal seit Tagen huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Zu den neuen Perspektiven aber wollte Hildebrand keine Stellung nehmen.

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