• Nach dem 2:2 gegen FC Ingolstadt 04: 1. FC Union Berlin - nah dran und doch weit weg

Nach dem 2:2 gegen FC Ingolstadt 04 : 1. FC Union Berlin - nah dran und doch weit weg

Der 1. FC Union Berlin hat seit fünf Spielen nicht mehr verloren, aber aus vier von diesen fünf Spielen nur einen Punkt mitgenommen. Warum der Berliner Zweitligist noch kein Spitzenteam ist.

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Verpasste Chance. Quiring und Union vergaben wieder einmal den Sieg.
Verpasste Chance. Quiring und Union vergaben wieder einmal den Sieg.Foto: dpa

Das wechselhafte Wetter am Montagmorgen passte irgendwie zur Stimmung beim 1. FC Union. Eigentlich ist ja alles ganz angenehm, der Berliner Zweitligist hat seit fünf Spielen nicht mehr verloren. Verdunkelt wird der Himmel aus Vereinssicht nur durch den Umstand, dass sich die guten Resultate nicht positiv auf die Tabellensituation auswirken. Union klebt im Mittelfeld auf Platz zehn fest, weil vier der fünf Spiele remis endeten. Gegen Spitzenreiter FC Ingolstadt 04 sah die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel schon wie der Sieger aus, ehe die Gäste in der Schlussphase noch ausgleichen konnten.

Ein Gefühl, das Düwel gut kennt. Sieben Tage zuvor verspielten seine Fußballer auf gleiche Art und Weise den Sieg in Fürth. Individuelle Fehler führten zum Ausgleich. Wie ein Déjà-vu komme es ihm vor, sagt Düwel, „dass wir bei klaren und einfach zu verteidigenden Situationen schlafen“.

So diente auch das Rückspiel gegen Ingolstadt als Beleg dafür, warum Union in diesem Jahr eine Mittelklasse-Mannschaft in der Zweiten Liga ist und die Bayern dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit in die Bundesliga aufsteigen. „Der Unterschied ist, dass wir es einfach nicht schaffen, über 90 Minuten Konstanz in unser Spiel zu bekommen“, sagt Düwel. „Es ist so ähnlich wie bei dem Spruch aus dem Fernsehen. Wir sind immer mittendrin aber nie wirklich dabei.“

Gemessen an Hin- und Rückspiel war zwischen dem 1. FC Union und der dominierenden Zweitliga-Mannschaft in diesem Jahr kaum ein Unterschied zu erkennen. Schon beim Hinspiel (3:3) hatten die Berliner Ingolstadt an den Rand einer Niederlage gebracht. Quasi mit dem Abpfiff kassierten sie noch den Ausgleich.

Sebastian Polter: "Müssen abgewichster sein."

Für Sebastian Polter kein Zufall. „Im Grunde sind es nur Kleinigkeiten, bei denen wir mehr Qualität reinkriegen müssen.“ Der Stürmer nennt Erfahrung als Stichwort. „In vielen Situationen müssen wir abgewichster auftreten. Dazu gehört es, auch mal liegen zu bleiben oder von der Körpersprache her mehr Dominanz auszustrahlen.“

Union gab die Führung zwölf Minuten vor dem Ende zu leicht wieder her. Das Vertrauen in die eigenen Stärken ist bei den Spielern noch nicht so ausgeprägt wie bei den Topteams der Liga. Ingolstadt blieb auch nach dem Rückstand geduldig und wartete auf Fehler des Gegners, die in Form von mangelhafter Zuteilung bei Standardsituationen auch kamen. Union dagegen zeigte sich trotz guter Anfangsphase vom frühen Treffer der Ingolstädter beeindruckt und brauchte lange, um wieder ins Spiel zurück zu finden. Erst zwei erfolgreiche Distanzschüsse von Björn Jopek drehten die Begegnung zwischenzeitlich.

Konzentrationsfehler machen es den Spielern immer wieder schwer, kaum ein Verein gerät in der Zweiten Liga so häufig in Rückstand wie der 1. FC Union. Dass die Mannschaft danach regelmäßig noch punktet, ist positiv. Anderseits stellt sich die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn die Spieler nicht jedes Mal so große Anstrengungen aufwenden müssten, um zuerst einmal zu Ausgleich zu kommen. „Wir haben die Ideen des Trainers gut umgesetzt, aber den Sieg verschenkt“, sagte Kapitän Damir Kreilach. Das gilt nicht nur für das Spiel am Sonntag gegen den FC Ingolstadt.

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