• Nach dem 2:2 Unentschieden: Die beiden Bayern-Geschädigten tauschen Freundlichkeiten aus

Sport : Nach dem 2:2 Unentschieden: Die beiden Bayern-Geschädigten tauschen Freundlichkeiten aus

Rolf Sperber

Giovanni Trapattoni hat von seinem südländischen Charme nichts eingebüßt. "Der 1. FC Kaiserslautern kann deutscher Meister werden - mein Herz denkt so", schmeichelte der 60 Jahre alte Trainer des AC Florenz nach dem 2:2-Unentschieden im Freundschaftsspiel den pfälzischen Gastgebern. Der FCK habe "sehr stark" gespielt und er habe insgesamt "ein schönes Spiel" gesehen. Da wollte Kaiserslauterns Cheftrainer Otto Rehhagel nicht zurückstehen: "Wir haben heute gegen einen außergewöhnlichen Gegner der europäischen Spitzenklasse ein Unentschieden erreicht - das stimmt mich optimistisch."

Die beiden Bayern-Geschädigten setzten den Austausch von Freundlichkeiten auch nach Spielende fort - und hatten auch allen Grund dazu. Denn beide Mannschaften zeigten zumindest ansatzweise, dass sie für die bevorstehenden großen Aufgaben gerüstet sind: Die Italiener für die Qualifikation zur Champions League nächste Woche gegen Levski Sofia, die Pfälzer für den Bundesliga-Auftakt am 14. August gegen Borussia Dortmund.

Beim 1. FC Kaiserslautern haben sich die "Neuen" bereits gut eingelebt. Der Schwede Jörgen Pettersson (14.) und der Albaner Igli Tare (72.) brachten die Pfälzer zweimal in Führung - Stefan Bettarini (17.) und Predrag Mijatovic (86.) nach Fehler von Torhüter Andreas Reinke glichen aus. Der Jugoslawe Slobodan Komljenovic zeigte auf der Libero-Position trotz einiger Leichtsinnsfehler eine ansprechende Leistung, der Luxemburger Jeff Strasser ließ auf der linken Außenposition seine Tauglichkeit für Angriff und Abwehr erkennen. Lediglich der Ex-Frankfurter Thomas Sobotzik offenbarte einige Abstimmungsprobleme.

Die wichtigste Erkenntnis für Rehhagel dürfte in Abwesenheit von Spielmacher Ciriaco Sforza (Leistenzerrung) indes gewesen sein, dass mit dem bulgarischen Nationalspieler Marian Hristow wieder zu rechnen ist. Nach halbjähriger Verletzungspause überzeugte der offensive Mittelfeldspieler mit einem starken Auftritt in der zweiten Halbzeit, in der auch die beiden Brasilianer Ratinho und Junior für frischen Wind sorgten. Die Überraschung des Spiels war indes Harry Koch. Der wegen seiner technischen Mängel oft geschmähte Abwehrspieler stellte den Weltklassestürmer Gabriel Batistuta weitgehend kalt und erhielt ein Sonderlob des Trainers. Rehhagel: "Er war in der Vorbereitung der mit Abstand beste Mann."

Rehhagel hat noch einige Alternativen, die gegen Florenz nicht zum Tragen kamen. Flügelflitzer Andreas Buck wird nach seinen Achillessehnenproblemen am Freitag im letzten Testspiel bei Borussia Mönchengladbach einem Härtetest unterzogen, während die beiden ägyptischen Nationalspieler Hany Ramzy und Ibrahim Samir noch nicht vom Confederations-Cup zurück sind. Rehhagel: "Sie müssen noch zu ihrem Staatspräsidenten - da werden sie abgemahnt."

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