Nach dem Clasico-Marathon : Auseinander im Streit

Nach den Duellen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ist Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque der größte Verlierer

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Als Barcelonas Spieler am Mittelkreis tanzten und die von Real Madrid enttäuscht in die Kabine schlichen, saß Vicente del Bosque regungslos auf der Tribüne des Camp Nou. Spaniens Nationaltrainer ist wohl der größte Verlierer der vergangenen drei Wochen mit vier „Clasicos“ zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Alle Spiele waren äußerst emotional geführt, und manchmal wurde die Grenze des Erlaubten überschritten. Befeuert von der Polemik von Real-Trainer Mourinho standen die spanischen Nationalspieler auf beiden Seiten im Mittelpunkt der Tumulte. Real und Barcelona stellen mit insgesamt 13 Spielern das Gerüst jener Nationalmannschaft, die jüngst Welt- und Europameister wurde.

Nun könnte ein Ende der spanischen Hegemonie bevorstehen. Del Bosque macht sich nach den Clasicos Sorgen. Als der Trainer selbst noch in der Nationalmannschaft spielte, war die Uneinigkeit der Spieler aus Madrid und Barcelona mit ein Grund dafür, dass die Selección bei großen Turnieren immer scheiterte. Erst die jetzige Generation um Xavi, Iniesta und Casillas überwand diese innerspanische Grenze der Ablehnung und feierte als geschlossene Einheit promt Erfolge. In vier Wochen reisen die Spanier zum Freundschaftsspiel gegen die USA. All denen, die den teaminternen Frieden gefährden könnten, drohte del Bosque mit Nichtberücksichtigung.

Reals Trainer Mourinho hat es zwar nicht geschafft, gegen Barcelonas Kurzpassspiel eine dauerhafte Strategie zu finden. Die spanische Nationalmannschaft könnte er aber mit seiner gesäten Zwietracht entscheidend geschwächt haben.

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