Nach dem Sieg gegen Dresden : Groß in der Breite

Der deutliche 4:0-Sieg gegen Dynamo Dresden hat gezeigt: So ausgeglichen wie jetzt war der Kader von Union Berlin in der Zweiten Liga noch nie. Wenn alle Spieler fit sind, hat Trainer Uwe Neuhaus die Qual der Wahl.

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Uwe Neuhaus hat sich als sportlicher Leiter einen ausgeglichenen Kader zusammengestellt. Mittlerweile kann Union auch Ausfälle von Stammspielern wie Kapitän Thorsten Mattuschka kompensieren.
Uwe Neuhaus hat sich als sportlicher Leiter einen ausgeglichenen Kader zusammengestellt. Mittlerweile kann Union auch Ausfälle von...Foto: dapd

Berlin - Eine Sache, die Uwe Neuhaus an Michael Parensen schätzt, ist dessen Vielseitigkeit. Beim Spiel am Samstag gegen Dynamo Dresden überraschte der Trainer des Berliner Zweitligisten 1. FC Union aber selbst Experten. Er bot Parensen als Innenverteidiger auf. Christoph Menz erkältet, Ahmed Madoui außer Form, da fiel die Wahl auf den 25-Jährigen, der normalerweise im Mittelfeld aufläuft. „Ich musste nicht lange überlegen, weil ich aus unserer gemeinsamen Zeit in Dortmund wusste, dass er das kann“, sagte Neuhaus.

Parensen spielte in der zentralen Abwehr neben Christian Stuff, Neuhaus hatte das Duo nicht zufällig ausgewählt. Stuff sollte mit seiner Kopfballstärke bei Standardsituationen für Sicherheit sorgen und den robusten Dresdener Angreifer Zlatko Dedic beschäftigen, während Parensen mit der Bewachung des flinken Mickael Poté bedacht wurde. Der Plan ging auf – wie alle anderen Änderungen gegen Dresden. Tijani Belaid ersetzte den gesperrten Torsten Mattuschka ordentlich, auch wenn er nicht die gleiche Präsenz besaß wie der Kapitän. Der Neuzugang war bemüht, spielte einige schöne Pässe in den Raum und zeigte, dass er eine Alternative sein kann.

Im Angriff war Torjäger Silvio kurz vor Spielbeginn ausgefallen, eine Erkältung verhinderte einen Einsatz des Brasilianers. Für ihn durfte Simon Terodde den mäßigen Auftritt aus der Vorwoche korrigieren. Terodde dankte mit zwei Toren, die anderen Treffer gegen Dresden erzielten Christopher Quiring per Elfmeter und John Jairo Mosquera, der gegen Paderborn noch auf der Bank gesessen hatte. Das Spiel vom Sonnabend hat gezeigt: Union ist in der Breite so gut aufgestellt wie vielleicht noch nie seit der Zugehörigkeit zur Zweiten Liga.

Personelle Ausfälle können leichter verkraftet werden als in der Vergangenheit, inzwischen ist fast jede Position mit mindestens zwei gleichwertigen Spielern besetzt. Das findet auch Parensen: „Wir haben richtig viele gute Spieler. Wenn man sich anschaut, wer gegen Dresden gefehlt hat und wie wir trotzdem aufgetreten sind, ist das schon sehr ordentlich.“ Das Angebot im Kader ist so groß, dass Neuhaus es sich erlauben kann, auch erfahrene Spieler draußen zu lassen. Etwa Ahmed Madouni. Der Verteidiger spielte in Paderborn schwach und ließ sich danach beim Training hängen. Die Konsequenz: Gegen Dresden saß er auf der Tribüne. Er wird es schwer haben, wieder ins Team zu kommen. Nicht nur wegen der guten Leistung von Parensen.

Auch Christoph Menz wird in Bochum wieder von seiner Erkältung genesen sein, das Gleiche gilt für Silvio. Mattuschka wird ebenfalls zurückkehren – Neuhaus hat die volle Auswahl. „Das wird für den Trainer sicher nicht einfach, man darf gespannt sein, wer draußen bleiben muss“, sagt Parensen. Er klingt dabei entspannt, Parensen weiß, dass er nicht betroffen sein wird.

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