Sport : Nach Ihnen, Herr Makaay

Selbst Bayerns Torjäger ist beim 3:1 gegen Freiburg auf Fehler angewiesen

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Ortsunkundige wären bestimmt auf die Idee gekommen, vor dem Stadion werde Freibier ausgeschenkt. In Scharen verließen Zuschauer zehn Minuten vor dem Abpfiff das Olympiastadion. Die meisten pilgerten zum Oktoberfest. Dort muss man fürs Bier zwar zahlen, aber man erhält wenigstens eine Gegenleistung. Im Olympiastadion hatten sie darauf vergeblich gehofft. Bayern München gewann zwar 3:1 (2:1) gegen den SC Freiburg, bot aber eine furchtbare Vorstellung.

Die Freiburger waren meist klar überlegen, verloren jedoch die Punkte. „Das war ein Rückschritt“, sagte Bayerns Trainer Felix Magath. „Wenn die Chancenauswertung bei Freiburg besser ist, verlieren wir.“ Er trug diese Erkenntnis mit der gewohnt gleichmütigen Miene vor, hinter der er seine Emotionen versteckt.

Oliver Kahn kann so etwas nicht. Er hatte 90 Minuten zuvor seine Mitspieler angefaucht. Gerade war Alexander Iaschwili allein auf ihn zugestürmt. Hätte nicht Torhüter Kahn gerettet, hätten die Freiburger wohl gewonnen. Denn sie lagen schon 1:0 in Führung.Wilfried Sanou hatte in der dritten Minute getroffen. Roy Makaay konnte nur deshalb den Ausgleich erzielen, weil ihm der Freiburger Youssef Mohamad den Ball vorlegte. Freiburgs Chancenverwertung war miserabel, was Trainer Volker Finke „emotional Sorgen bereitete“. Kurz vor der Pause schloss Torsten Frings den einzigen guten Spielzug der Münchner zum 2:1 ab.

Zweite Halbzeit – gleiches Bild. Die Bayern blieben „zu lässig, zu unkonzentriert“ (Michael Ballack), trafen aber dank Unterstützung der Gäste. Beim 3:1 behinderten sich Torwart Richard Golz und Boubacar Diarra. „Wird Zeit, dass das Stadion abgerissen wird“, sagte Golz. Kein Bundesligaprofi hat öfter gegen Bayern verloren – gestern steigerte er die Marke auf 21 Niederlagen. Aber auch viele Zuschauer, die früher gegangen waren, hatten auf der Wies’n nichts zu lachen. Sie hatten eine wichtige Mittteilung des Stadionssprechers nicht gehört: „Wer zur Wies’n will: Es sind schon alle Zelte dicht, keine Chance auf Einlass!“

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