Sport : Nandrolon: ein anaboles Steroid

Nandrolon gehört zur Familie der anabolen Steroide. Sie werden sowohl im Männer- als auch im Frauensport verwendet, um vor allem einen Kraftzuwachs zu erreichen. Die anabolen Steroide dienen aber auch dazu, größere Erholungswerte nach hohen Trainingsbelastungen zu erzielen. Nandrolon steht wie auch die bekannteren Wirkstoffe Testosteron und Clenbuterol auf der Liste der verbotenen Mittel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Sie ist verbindlich für alle 35 Internationalen Verbände mit olympischen Sportarten.

Kontrollen am Wettkampftag sind nicht geeignet, Anabolika nachzuweisen, deren letzte Einnahme so weit zurückliegt, dass keine erfassbaren Urinkonzentrationen mehr vorhanden sind. Vor allem aus diesem Grund sind die Trainingskontrollen eingeführt worden. Deren Wirkung ist um so größer, je kürzer die Vorwarnzeiten sind. Als dem englischen Sprint-Olympiasieger Linford Christie und der zweifachen 200-m-Weltmeisterin Merlene Ottey (Jamaika) vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Sommer 1999 in Sevilla Nandrolon-Missbrauch nachgewiesen wurde, äußerten einige Athleten und Mediziner Zweifel an den Testmethoden. Ottey und Christie haben im Übrigen ihre Unschuld beteuert.

Das bei Baumann festgestellte Nandrolon scheint unter den anabolen Steroiden, deren Einnahme durch die Trainingskontrollen nach Ansicht der Experten drastisch zurückgegangen ist, das noch am meisten genutzte Mittel zu sein. Zu den spektakulärsten Nandrolon-Fällen der letzten Zeit zählen neben Christie und Ottey der tschechische Tennisspieler Petr Korda, der US- Spitzensprinter Dennis Mitchell und der englische 200-m-Europameister Doug Walker. Nach einem Dopingskandal französischer Sportler im Jahre 1997 wurden drei von vier Medikamenten, die das nachgewiesene Nandrolon enthielten, vom nationalen Markt genommen.

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