2:1 in Wien gegen Österreich : Deutschland spielt schlecht - und gewinnt

11.09.2012 23:10 Uhrvon
  • Jubel und Entsetzen, ganz nah beieinander. Während sich Sebastian Prödl die Haare rauft, jubeln Mario Götze und Thomas Müller. Es ist doch kein neues Cordoba geworden. Foto:
    Jubel und Entsetzen, ganz nah beieinander. Während sich Sebastian Prödl die Haare rauft, jubeln Mario Götze und Thomas Müller. Es ist doch kein neues Cordoba geworden.
  • Deutschland hat das erste Qualifikationsspiel gegen die Färöer mit 3:0 gewonnen. Diesmal geht es in Wien gegen Österreich,... Foto: dapd
    Deutschland hat das erste Qualifikationsspiel gegen die Färöer mit 3:0 gewonnen. Diesmal geht es in Wien gegen Österreich,... - Foto: dapd
  • ... das im Jahr 2012 noch kein Spiel verloren hat. Und seit 1996 hat Österreich im Auftaktspiel der Qualifikation immer gepunktet. Foto: AFP
    ... das im Jahr 2012 noch kein Spiel verloren hat. Und seit 1996 hat Österreich im Auftaktspiel der Qualifikation immer gepunktet. - Foto: AFP

Das war glücklich: Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt auch ihr zweites Qualifikationsspiel für die WM 2014, kann beim 2:1 in Wien gegen engagierte Österreicher aber nicht überzeugen.

Cordoba war weit weg und doch so nahe wie lange nicht mehr. 34 Jahre nach der WM in Argentinien hatten die Österreicher am Dienstag in Wien die Chance, dem großen und ungeliebten Nachbarn richtig weh zu tun. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielte so schlecht wie lange nicht mehr in einem Pflichtspiel, und warum es am Ende doch zu einem Sieg reichte, das wussten die Beteiligten am Ende selbst wohl nicht so recht. Vor 47 000 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion gewannen die Deutschen 2:1, aber eine Offenbarung war es nicht, was sie zur Vorführung brachten.

"Wenn wir 2:1 führen, müssen wir in der Lage sein, den Ball zu behaupten. Wir haben die Österreicher immer wieder ins Spiel gebracht. Hätten wir es nach dem 2:0 besser gemacht, hätten die Österreicher keine Chance mehr gehabt", sagte Bundestrainer Joachim Löw kritisch an. "Wir haben sechs Punkte aus zwei Spielen, das ist ein sehr guter Start. Mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Der Gegner hat früh Druck gemacht, damit sind wir überhaupt nicht klar gekommen", räumte Kapitän Philipp Lahm ein.

Es war zwar eine aus dem Bundesliga-Alltag bekannte Mannschaft, die das Geschehen im Wiener Prater bestimmte. Aber sie trug die roten Leibchen Österreichs. In der Startaufstellung standen gleich neun Spieler, die ihr Geld in Deutschland verdienen. Und sie waren gut drauf gegen die hoch favorisierten Arbeitskollegen. Schon nach ein paar Minuten hatte der Stuttgarter Martin Harnik das Führungstor auf dem Fuß. Vorausgegangen war ein brutaler Fehlpass von Mats Hummels direkt in den Fuß des Mainzers Julian Baumgartlinger. Im letzten Moment bekam Holger Badstuber gegen Harnik noch einen Fuß dazwischen. Ein Schuss des Bremers Marko Arnautovic sauste nur ein paar Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Auch beim anschließenden Distanzschuss des Mainzers Andreas Ivanschitz fehlte nicht viel. Ein bisschen billig war es, wie Harnik sich im Laufduell mit Badstuber im Strafraum fallen ließ. Der erhoffte Elfmeterpfiff blieb aus.

Österreich war lange Zeit die bessere, die aktivere Mannschaft, ohne jeden Respekt vor dem großen Nachbarn. So sehr die Deutschen sich auch bemühten, sie bekamen das Spiel nicht in den Griff. In der Defensive reihte sich Fehler an Fehler. Da machte auch Manuel Neuer keine Ausnahme. Einmal wollte der Torhüter den Ball einfach nur nach vorne dreschen und traf dabei doch den unbeteiligt vor ihm stehenden Bremer Zlatko Junuzovic. Neuer hatte Glück, dass der Abpraller ein paar Meter am Tor vorbei flog.

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