Sport : Nationalmannschaft: Eine gute und eine schlechte Nachricht (Kommentar)

Sebastian Arlt

Die gute Nachricht vorneweg. Markus Babbel bleibt bei seinem Entschluss, erst einmal nicht mehr in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft spielen zu wollen. Nur gut, dass der Ex-Bayer, der künftig für den FC Liverpool spielen wird, eine "schöpferische Pause" einlegen will, sonst hätte ihn Teamchef Rudi Völler mit Sicherheit auch noch ins Aufgebot für das Testländerspiel gegen Spanien in der kommenden Woche geholt. Von einem Neuanfang unter dem ehemaligen Weltklassestürmer war in den letzten Wochen oft die Rede gewesen. Doch wer die Liste derer betrachtet, die von Völler ausgewählt wurden, dem wird schnell klar: Es geht - mit ganz wenigen Ausnahmen - so weiter wie bisher. Einen wirklichen Schnitt hat es exakt sieben Wochen nach dem 0:3-Debakel gegen Portugal und dem Ausscheiden bei der EM nicht gegeben.

Auf Bewährung dürfen diejenigen wieder spielen, die bei der EM versagten. Dazugekommen sind ein paar Rückkehrer wie Beinlich, Neuville und Heinrich. Aber neue Gesichter? Fehlanzeige, weil, und eben das ist momentan das große Problem des deutschen Fußballs, keine starken jungen Spieler nachdrängen. Wer fehlt denn wirklich? Effenberg will ja nicht. Der Rest ist Schweigen. Völler hat den Mangel zu verwalten. Er sei kein Messias, hat er sicherheitshalber erklärt. Als im August 1998 Berti Vogts ging, glaubten viele, allein dessen Rücktritt sei gleichbedeutend mit einer neuen Blüte der DFB-Elf. Ähnliches Wunschdenken wird mit den Namen Völler und seinem designierten Nachfolger Daum verknüpft. Wie sagte Völler doch: "Ich habe die besten deutschen Spieler ausgewählt." Das ist die wirklich schlechte Nachricht.

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