• „Negative Spiralen sind schwer zu durchbrechen“ Leverkusens Manager Calmund über Parallelen zu Hertha BSC

Sport : „Negative Spiralen sind schwer zu durchbrechen“ Leverkusens Manager Calmund über Parallelen zu Hertha BSC

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Herr Calmund, sehen Sie Hertha BSC schon in Abstiegsgefahr?

Langsam, langsam. Man sollte die Kirche jetzt im Dorf lassen. Hertha hat mit Dieter Hoeneß und Huub Stevens erfahrene Leute, die den Verein wieder flottbekommen.

Fredi Bobic hat aber nach der Niederlage gegen Hannover gesagt, nun stecke Hertha mitten im Abstiegskampf.

Dass Bobic vom Abstieg gesprochen hat, war gut. So wird man bei Hertha rechtzeitig auf Gefahren hingewiesen und kann gegensteuern.

Hat man bei Bayer Leverkusen in der vorigen Saison die falschen Schlüsse gezogen, sodass es am Ende ganz eng wurde?

Wir sind damals zu lax in die Saison gegangen. Uns war klar, dass es nach den Abgängen von Ballack und Zé Roberto schwerer werden würde und die vielen Verletzungen die Sache auch nicht erleichtern. Aber dennoch glaubten wir, Platz fünf oder sechs könnte schon rausspringen.

Bei Hertha hat man sich vor der Saison sogar die Champions League als Saisonziel gesetzt. War das ein Fehler?

Wenn man immer ganz vorn mitspielt, muss man die Ansprüche möglichst hoch ansetzen. Das hat Hertha gemacht, und darin sehe ich absolut nichts Falsches. Dass die Sache jetzt beim Blick auf die Tabelle ein wenig unglücklich aussieht, ist nicht zu bestreiten.

Kann man Herthas Situation mit der von Leverkusen in der Vorsaison vergleichen?

Dass Hertha, wie wir damals auch, einen Fehlstart hingelegt hat, sieht ja wohl jeder. Doch jetzt haben wir gerade mal fünf Spieltage hinter uns. Da sollte man nicht gleich alles schwarz malen. Zumal Hertha einen ordentlichen Spielerkader hat und sich mit Fredi Bobic erheblich verstärkt hat. Dass Marcelinho so lange ausfällt, ist natürlich Pech.

Ab welchem Zeitpunkt merkt man eigentlich, dass man mitten im Abstiegskampf steckt?

Wir haben es leider erst sehr spät gemerkt. Irgendwann ist eine negative Spirale kaum noch zu durchbrechen, jedenfalls ist es ziemlich schwer. Bei Hertha sehe ich diese Gefahr derzeit nicht. Voraussetzung ist allerdings, dass Spieler, Manager und Trainer aus der Misere die richtigen Schlüsse ziehen.

Das Gespräch führte Klaus Rocca.

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