Sport : Neuer Modus: In Grüppchen zum Finale

Katrin Schulze

Berlin - Um den neuen Modus der DEL zu verstehen, sind drei Dinge hilfreich: ein gutes Gedächtnis, ein relativ ausgeprägtes Verständnis für Logik und Geduld. Mit dem Aufsteiger Kassel Huskies starten heute 16 statt bislang 15 Klubs in die DEL-Saison. Da ein Pensum von je zwei Hin- und Rückspielen in der Hauptrunde bei 16 Vereinen zu strapaziös wäre, hat sich die DEL-Gesellschafterversammlung für eine Aufteilung in vier Gruppen entschieden. Dabei orientiert sich die Gruppeneinteilung an der Abschlusstabelle der Saison 2006/07. Richtig, diese Spielzeit liegt schon etwas zurück – deshalb das gute Gedächtnis.

Nun zur Logik: Die vier Teams einer Gruppe spielen gegen jedes Team aus einer bestimmten anderen Gruppe nur zweimal und gegen die übrigen elf Teams wie bisher viermal. Ein Beispiel: Die Eisbären sind in der Gruppe A, die gegen die Teams der Gruppe D nur zweimal antreten. So kommt es, dass der Deutsche Meister aus Berlin die Kölner Haie, den letztjährigen Finalgegner, nur einmal zu Gast haben wird, während Hamburg oder Nürnberg zweimal nach Berlin reisen. Das Gute am neuen Spielplan: Jeder Klub absolviert nur 52 Hauptrunden-Begegnungen statt 60 und ordnet sich weiter in eine einheitliche Tabelle ein, aus der sich die Play-off-Partien ergeben.

Dieses in Nordamerika durchaus gängige System scheint für deutsche Ordnungsfanatiker zunächst befremdlich. Doch obwohl auch einige Klubs Kritik am Modus äußerten, plant DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke „erst mal daran festzuhalten“, weil sich die Belastung für die Klubs verringert. „Tradition und Kontinuität sind schön, aber davon alleine kann man sich nichts kaufen“, sagt Tripcke. Etwas Kontinuität findet man in dieser Saison aber doch: Wie bisher qualifizieren sich die ersten sechs der Tabelle direkt für die Play-offs, und die Ränge sieben bis zwölf kämpfen weiterhin um zwei weitere Plätze in der Endrunde. Und wer am Ende das Finale gewinnt, wird immer noch Deutscher Meister. Katrin Schulze

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