Sport : Neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier

Das Team Gerolsteiner hat beim Tour-Debüt mehr als die Hälfte seiner Fahrer verloren – jetzt wird in neue Profis investiert

Hartmut Scherzer

Bordeaux. Das radelnde Personal ist bei Gerolsteiner gegenüber der Administration mittlerweile in der Minderheit. Auf die vier verbliebenen Tour-Fahrer Udo Bölts, Uwe Peschel, Georg Totschnig und Marcus Zberg, kommen drei Sportchefs und zwei Teamsprecher. „Mit vier Mann nach Paris ist zahlenmäßig die Untergrenze erreicht“, sagt Sportchef Michael Holczer nach der Aufgabe von Davide Rebellin, René Haselbacher, Olaf Pollack, Michael Rich und Torsten Schmidt.

Eine Sturzserie war die Hauptursache, die verletzten Fahrer sind entschuldigt. Dass aber der italienische Kapitän Davide Rebellin, beim Massensturz auf der ersten Etappe glimpflich davongekommen, auf der 14. Etappe in den Pyrenäen frühzeitig aufgab, sei enttäuschend. „Davide hatte alle Freiheiten, ausgeruht zur Tour zu kommen. Mit ihm sind wir nicht zufrieden“, sagte Holczer. Rebellin, immerhin Weltranglistensechster, ist bei großen Rundfahrten kein Mann für die vorderen Plätze.

Der sechste Platz Uwe Peschels beim ersten Zeitfahren, der fünfte Rang des malträtierten René Haselbacher in Marseille und der aktuelle zwölfte Rang Georg Totschnigs im Gesamtklassement haben die Stimmung dennoch nicht ganz in den Keller rutschen lassen. Totschnig kann auch in den Bergen mithalten, obwohl er keine Mannschaft mehr hat.

Auch Udo Bölts hat sich seine zwölfte und letzte Tour anders vorgestellt. Der bald 37-Jährige ist immer in Paris über die Champs-Elysées gerollt, elfmal mit dem Team Telekom. Bölts, der 1994 Neunter im Gesamtklassement wurde, wollte auch in seinem neuen Team noch einmal angreifen.

„Irgendetwas hat gefehlt. Ich bin eben nur ein Mensch und keine Maschine“, sagte Bölts. Der Pfälzer Routinier steht aber nicht in der Kritik, seine Karriere neigt sich dem Ende zu. Die Mannschaft soll in der neuen Saison ein anderes Gesicht bekommen. Bölts wird dann, falls sich Gerolsteiner wieder qualifiziert, voraussichtlich als Sportlicher Leiter bei der Tour fungieren. Der Getränkehersteller Gerolsteiner hat sein Engagement als Hauptsponsor des Holczer-Teams aus dem schwäbischen Herrenberg bis 2005 verlängert. Der Sponsor gibt mehr Geld als bisher, um für künftige Tour-Teilnahmen die Mannschaft weiter aufzubauen.

So konnte Holczer bereits die eigentliche Erfolgsnachricht des Teams bei dieser Tour verkünden: die Verpflichtung des Telekom-Sprinters Danilo Hondo für zwei Jahre. Zudem wird mit Jens Voigt vom französischen Team Crédit Agricole verhandelt. Auch Voigt musste bei dieser Tour mit Magenkrämpfen aufgeben, zum ersten Mal in seiner Karriere. Sonst kam der Berliner immer nach Paris.

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