Sport : Nicht drin, aber dran

Klaus Rocca

Viel konnte Roberto Pinto bislang nicht tun, um sich für regelmäßige Einsätze bei Hertha zu empfehlen. Von 900 Bundesliga-Minuten in dieser Saison erlebte der kleine Mann nur 30 auf dem Platz. Und auch die waren wenig ermutigend. Beim 2:3 gegen Energie Cottbus traf ihn, für Michael Hartmann eingewechselt, eine gehörige Mitschuld am zweiten Gegentor durch Kobylanski. "Das ging klar auf meine Kappe", bekennt Pinto. Um dann schnell nachzuschieben: "Man hat mir später aber bestätigt, dass ich Dampf ins Spiel gebracht und den zweiten Hertha-Treffer vorbereitet habe." Es half ihm nichts. Pinto musste wieder auf der Tribüne Platz nehmen. Oder, bestenfalls, auf der Reservebank.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Für die haben ihn die Verantwortlichen des Berliner Fußball-Bundesligisten nicht vom VfB Stuttgart geholt. Der mit 170 Zentimetern kleinste Herthaner kam zwar ablösefrei, doch für ihn schlägt ein stattliches Saison-Salär von zwei Millionen Mark zu Buche. "Es wurden wesentlich teurere Spieler geholt, die auch noch nicht viel gebracht haben", meint Roberto Pinto fast trotzig. Sein Mannschaftskamerad Alex Alves lässt grüßen.

Kürzlich, vor dem Spiel gegen Werder Bremen, trug sich sein Trainer mit dem Gedanken, Pinto eine neue Chance zu geben. Er habe, so Jürgen Röber, gute Trainingsleistungen geboten, sei an die anderen "näher rangekommen". Man müsse mit ihm Geduld haben, so wie mit Denis Lapaczinski. Der freilich kam von einem Zweitligisten (SSV Reutlingen), Pinto kannte bereits die raue Bundesligaluft, hatte schon 52 Spiele in der höchsten Klasse bestritten. Was ihm offenbar nichts half.

Doch auch dafür hat der Portugiese mit der auffälligen Frisur eine Erklärung. "Ich hatte beim VfB zuletzt wegen einer Knieverletzung zwei Monate nicht gespielt, und bei Hertha hatte ich gleich eine Rückenverletzung", erzählt er. Was er nicht sagt: Sein damaliger Stuttgarter Trainer Felix Magath mochte ihn nicht. "Er hat mich ganz schön traktiert", erinnert sich Pinto.

Seiner Kondition kam das nicht zugute. "Er war anfangs körperlich nicht gut drauf", sagt Röber. Was milde ausgedrückt ist. Pinto hatte beim Leistungstest ungewöhnlich schlechte Laktatwerte. Der 23-Jährige gab nicht auf. Doch morgen, wenn Hertha BSC in Nürnberg gastiert, wird Roberto Pinto wieder nur Reservist sein. Ein teurer Mann auf der Bank.

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