Sport : Nick Heidfeld fährt drei Jahre für BMW

Karin Sturm

München - Den Weg von seinem Wohnort Stäfa zum neuen Arbeitsplatz kennt Nick Heidfeld bestens. Der Formel-1-Rennfahrer wohnte bereits in der Schweiz am Zürichsee, als er von 2001 bis 2003 beim Sauber-Team unter Vertrag stand. Und dort, am Sauber-Sitz in Hinwil,wird sich ab 2006 die Basis des neuen BMW-Teams befinden, für das der 28-jährige Mönchengladbacher einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Heidfeld wurde frei für BMW, weil sein bisheriger Teamchef Frank Williams eine Option bis zum 15. September auf eine Vertragsverlängerung verstreichen ließ.

Heidfeld wird nicht nur der Weg nach Hinwil vertraut sein, sondern auch die meisten Mitarbeiter wird er kennen. An ihrer Spitze wird Willi Rampf stehen, der Sauber-Technikchef. Von den vielen Herausforderungen, die der Wechsel zu BMW bedeutet, fällt damit eine weg: die Integration des Fahrers in das neue Umfeld. Und was Heidfeld als Renn-, Test- und Entwicklungsfahrer wert ist, das wissen alle. „Er ist nicht nur ein schneller und couragierter Fahrer, sondern auch ein analytischer und akribischer Arbeiter“, sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Dass Heidfeld in dieser Phase, in der man ihn bei BMW braucht wie kaum einen anderen, nicht bis zuletzt um einen möglichen Vertrag bei BAR-Honda pokerte, passt zu seiner Persönlichkeit. Im BAR-Honda wären für ihn vielleicht schon 2006 größere Erfolge möglich gewesen, aber Heidfeld reizt die Aufbauarbeit bei BMW mehr: „Ich glaube daran, dass sich Leistung am Ende durchsetzt, dass man sich nicht verbiegen, sich auf Teufel komm raus verkaufen und tricksen muss, um Erfolg zu haben.“ Nicht wenige warfen ihm in der Vergangenheit vor, er sei für das harte Geschäft der Formel 1 zu ruhig, zu zurückhaltend und vielleicht zu anständig. Unklar ist, wer Heidfelds Teamkollege im ersten reinen BMW-Projekt in der Formel-1-Geschichte wird. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve aus Kanada hat mit dem Sauber-Team, das zum 1. Januar 2006 von BMW übernommen wird, einen Vertrag für die kommenden Saison und könnte deshalb an seine Seite rücken.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben