Update

Niederlage gegen Polen : Deutsche Handballer verpassen EM-Halbfinale - und Olympia

Im entscheidenden Gruppenspiel bei der Handball-EM verliert Deutschland 32:33 gegen Polen und verpasst damit das Halbfinale. Auch die Olympia-Teilnahme ist damit geplatzt.

Erik Eggers
Am Boden. Die deutschen Handballer um Dominik Klein verlieren gegen Polen und verpassen damit das Halbfinale der EM.
Am Boden. Die deutschen Handballer um Dominik Klein verlieren gegen Polen und verpassen damit das Halbfinale der EM.Foto: dapd

Der Traum der deutschen Handballer von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen ist geplatzt. Durch das 24:24 (12:13) der bereits für das Halbfinale der Europameisterschaft in Serbien qualifizierten Kroaten gegen Ungarn am Mittwochabend kann die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr einen Startplatz bei einem der drei Qualifikationsturniere für die Sommerspiele in London ergattern.

"Wir waren ja dran", sagte Holger Glandorf, Schweißtropfen rannen über die Wangen des Flensburgers, "ein Tor ist ja nichts". Aber in Wirklichkeit war dieses eine Tor alles, ein Tor besser oder schlechter in diesem Spiel hatte über Wohl und Wehe des deutschen Handballs entschieden. Mit der 32:33 (17:18)-Niederlage gegen Polen hatte das Team von Bundestrainer Martin Heuberger bei nur 5:5-Punkten nicht nur das Halbfinale bei der Europameisterschaft verpasst, das greifbar schien, als Pascal Hens vier Minuten vor Schluss per Sprungwurf zum 31:29 getroffen hatte. "Immer, wenn wir dran waren, haben wir die Chancen verpasst", sagte ein sehr geknickter Heuberger. "Ich bin einfach nur traurig, ich bin trotzdem stolz auf diese Mannschaft."

Denn durch die Niederlage haben die deutschen Handballer es verpasst, viele Dinge auf einmal zu erledigen: Die Startberechtigung für eines Qualifikationsturniere im April, die über sechs weitere Tickets in London 2012 entscheiden, ist nur noch theoretisch machbar. Auch muss das Team nun aufreibende Play-offs überstehen, um sich für die WM 2013 in Spanien zu qualifizieren. Diesen dramatischen 60 Minuten in der nur mäßig besetzten Belgrad-Arena wird der Handball noch lange nachweinen, das wussten die Profis, als sie nach Schlusspfiff mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen. Heuberger wollte über das, was nun auf den deutschen Handball zukommt, nicht sprechen. "Dazu bin ich jetzt einfach nicht in der Lage."

Vor der Partie waren die Deutschen optimistisch, weil sie auf der wichtigen Torwartposition Vorteile ausgemacht hatten. Die Osteuropäer mussten für das Turnier auf Stammkeeper Slawomir Szmal (verletzt) verzichten, und die beiden Vertreter, Marcin Wichary und Piotr Wyszomirski, genügen internationalen Ansprüchen eigentlich nicht. Die deutschen Torhüter Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) und Carsten Lichtlein (Lemgo) hingegen sind erfahren, gestählt durch viele Einsätze in der Bundesliga und auf großen Turnieren. Bundestrainer Heuberger sieht in Heinevetter gar den besten Torwart der EM.

Seite 1 von 2Artikel auf einer Seite lesen

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben