Sport : Noch einmal heimlich davonskaten Niclas Kleyling will beim Halbmarathon siegen

Frank Bachner

Berlin - Sollen sie doch kommen, die ganzen siegesgewissen Stars. Sollen sie doch herunterschauen auf einen wie Niclas Kleyling, ihn am besten sogar ignorieren. Ein Schüler, ein Neuling in der Männerklasse, ein Nobody im Weltklassefeld, hat im vergangenen Jahr den Berliner Halbmarathon der Inline-Skater gewonnen. Na und? Der Junge ist 17, wer achtet denn auf so jemanden?

Sollen sie doch so denken, die ganzen Stars, die heute in Berlin laufen (Start der Inline-Skater: 10.20 Uhr). Vor allem die Kolumbianer, die 2007 nicht da waren. „Die kennen mich nicht“, sagt Kleyling, „das ist gut.“ Das ist seine Chance, sie könnten ihn unterschätzen. Wie 2007, als der damals 16-Jährige vom Rollerblade Citius Team alle überraschte. Er muss ausreißen und hoffen, dass keiner der Starken hinterherkommt. Er muss darauf setzen, dass die Stars nicht wissen, dass man ihn besser nicht wegfahren lässt. So hat er 2007 gewonnen: Als er in einer kleinen Gruppe schon nach fünf Kilometern wegfuhr, da reagierte das Feld nicht groß. „Bei einer Massenankunft“, sagt der Berliner, „bin ich chancenlos.“

Kleyling trainiert zeitweise zweimal am Tag, das Coubertin-Gymnasium, an dem er Schüler ist, gibt ihm den nötigen Freiraum. Außerdem ist er in der Eisschnelllauf-Nationalmannschaft der Junioren, aber das Eistraining dient vor allem der Konditionsarbeit. „Technisch kann ich davon wenig aufs Skaten übertragen“, sagt Kleyling.

Am Sonntag geht er mit der Nummer „T 1“ des Vorjahressiegers an den Start. Das beeindruckt die Kolumbianer, die ihn nicht kennen, wahrscheinlich ziemlich wenig. Aber das Problem von Niclas Kleyling sind Spitzenläufer aus anderen Ländern – die 2007 am Start waren. Im vergangenen Jahr haben sie ihn noch unterschätzt. Diesmal wird ihnen das nicht passieren. Frank Bachner

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