Sport : Noch mal nachdenken

Helmut Schümann

über den HSV-Versuch, den Betrug mit Irrsinn zu kontern Am kommenden Freitag wird in Frankfurt verhandelt, wie mit dem höchstwahrscheinlich manipulierten DFB-Pokalspiel Paderborn gegen den HSV zu verfahren sein wird. Der damals ausgeschiedene HSV hat vorab die Wiedereingliederung in den Wettbewerb gefordert, ohne Wiederholungsspiel. Aha. Und wer soll dafür rausfliegen? Freiburg, das Paderborn in der Folge aus dem Pokal kickte? Oder die Bayern aus München, die gegen Freiburg ausgelost sind? Oder der HSV wird gleich fürs Finale gesetzt und der Pokal wird in einem Dreierturnier, vielleicht auf Kleinfeld, ausgespielt? Oder aber die Verantwortlichen beim HSV denken noch einmal nach.

Nötig wäre es. Bei allem Verständnis für den Ärger. Der Betrug indes ist nicht mit Irrsinn zu korrigieren. Mit gleicher Logik kann der MSV Duisburg auf Eingliederung klagen. Die Duisburger waren gegen Paderborn ausgeschieden – aber wären sie auch dem HSV unterlegen? Wären sie gegen den großen Namen nicht anders motiviert aufgelaufen und hätten womöglich gewonnen? Der Betrüger Hoyzer hat schon jetzt viel Schaden angerichtet. Das reicht eigentlich zu nachhaltiger Irritation, die Hamburger braucht man dazu nicht mehr.

Der HSV gehört entschädigt. Üppig und vielleicht unter solidarischer Beteiligung aller noch im Pokal verbliebenen Klubs. Oder ist denkbar, dass der unsinnige Vorstoß eben nur diesen einen Zweck hat: die Entschädigungssumme schon jetzt mächtig in die Höhe zu treiben. Dann allerdings bleibt die Frage, wie eng der viel beschworene Schulterschluss der Anständigen im Fußball ist.

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