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Nürnberg - Stuttgart 0:2 : Stuttgarts Erlösung

Vedad Ibisevic und Martin Harnik treffen zum 2:0 in Nürnberg und lassen ihren Trainer Bruno Labbadia erst einmal verschnaufen. Club-Trainer Dieter Hecking sieht die dritte Niederlage in Folge mit an und wechselt bereits nach einer Viertelstunde aus.

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Leidensgenossen: Stuttgarts Bruno Labbadia (l.) und Nürnbergs Dieter Hecking unterhalten sich vor dem Spiel,...
Leidensgenossen: Stuttgarts Bruno Labbadia (l.) und Nürnbergs Dieter Hecking unterhalten sich vor dem Spiel,...Foto: dpa

Nach dem 0:2 (0:1) gegen den VfB Stuttgart sprach Dieter Hecking über grundsätzliche Dinge des Fußballs. „Wenn ein Spiel angepfiffen wird, sollte die Konzentration hoch sein“, sagt der Nürnberger Trainer. Hecking musste keinem erklären, wenn er damit meinte. Was Marcos Antonio Elias Santos nach 24 Sekunden anstellte, war eine der entscheidenden Szenen des Spiels und trug mit zu Nürnbergs dritter Niederlage in Folge bei. Wie ein Nikolaus auf dem Christkindlmarkt hatte der Geschenke aus dem Krabbelsack verteilt. „Hoffentlich war das das letzte Geschenk von uns an andere diese Woche“, klagte Hecking, nachdem Santos dem Stuttgarter Stürmer Vedad Ibisevic den Ball praktisch zum Einschuss vorgelegt hatte, der das 1:0 (1.) erzielte, dem Martin Harnik (75.) das zweite VfB-Tor folgen ließ.

Der 29 Jahre alte Brasilianer war nicht lange auf dem Spielfeld, aber lange genug, um seinem Trainer zu zeigen, dass heute nicht sein Tag sein würde, egal, was er tut. Zehn Minuten nach dem fatalen Pass (Torwart Raphael Schäfer stand rund drei Meter weit weg) patzte der Innenverteidiger erneut. „Da hätte es nach sieben acht Minuten schon 0:2 stehen können“, so Hecking. Es war die elfte Minute als der 19 Jahre alte Raphael Holzhauser nur das Außennetz traf. Hecking hatte genug gesehen und den Eindruck, Santos würde seine Nerven nicht mehr in den Griff bekommen. Nach 15 Minuten hielt ein FCN-Betreuer am Spielfeldrand die Tafel mit der Nummer „Vier“ in die Höhe, um zu retten, was zu retten war.

Aus Nürnberger Sicht war das nicht mehr viel. „Es ist schon komisch, schon in Hannover haben wir in der Innenverteidigung Geschenke verteilt“, sagte Hecking machte sich aber um den Gemütszustand des Sünders keine großen Sorgen. „Die Mannschaft wird ihn auffangen und wieder in die Gruppe integrieren. Die Mannschaft hat nie aufgesteckt, aber wir müssen die Fehler abstellen.“ Während Hecking eine klares Arbeitsprofil für die nächsten Tage ausgab, war Bruno Labbadia trotz des ersten Saisonsieges kurz angebunden: „Das war ein wichtiger Sieg, es war der erste. Je länger etwas dauert, umso mehr wird es zum Problem“. Um gegen die Unruhe im eigenen Verein anzugehen, hatte Labbadia das System geändert und mit zwei zentralen Mittelfeldspielern agieren lassen. Einer davon war der junge Österreicher Holzhauser, dessen Einsatz angesichts der Negativserie in Stuttgart früher erwartet worden war.  „Seine Leistung war ok“, sagte Labbadia. Holzhauser war einer der besten Schwaben.

Die frühe Führung trug nicht zur Stabilität des VfB-Spiels bei. Die Nürnberger kamen zu Chancen durch Timm Klose (9.) und hatten Pech, als Sven Ulreich im Stuttgarter Tor den Schuss von Almog Cohen (33.) abwerte. In der zweiten Hälfte kam der VfB in einer ausgeglichenen Partie besser zurecht. Holzhausers Schuss (54.) wehrte Schäfer mit der Faust über die Latte. Die Stuttgarter gewannen verdient, weil die Nürnberger nach der Pause ihre Linie verloren. Zu dem Zeitpunkt stand Marcos Antonio Elias Santos schon unter der Dusche.            

 

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