Sport : Nummer eins schlägt Nummer zwei

Der FC Bayern München besiegt den Hamburger SV verdient 1:0

Daniel Pontzen[München]

Da klar war, dass der Name Robert Hoyzer nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchen würde, konnte aus Sicht Daniel van Buytens kaum etwas gegen einen kleinen Insider-Tipp sprechen. Nachdem der Kapitän des Hamburger SV und seine Kameraden im letztjährigen DFB-Pokal noch zu den Hauptleidtragenden des Wettskandals zählten, als Hoyzer beim 2:4 in Paderborn der allseits bekannten „Der-Pokal-hat-seine-eigenen-Gesetze“- Weisheit eine völlig neue Lesart gab, verkündete Hamburgs Kapitän vor dem gestrigen Gastspiel in München: „Ob wir gewinnen, kann ich nicht garantieren, aber ich kann empfehlen, auf uns zu wetten.“

Doch ein Tipp auf den HSV wäre auch im Achtelfinale des diesjährigen DFB-Pokals keine gute Geldanlage gewesen. Der FC Bayern unterstrich, dass er derzeit das Maß aller Dinge im deutschen Fußball ist: Durch einen Treffer des eingewechselten Owen Hargreaves in der 113. Spielminute besiegte der Tabellenführer der Bundesliga seinen schärfsten Verfolger mit 1:0 und zog verdient ins Viertelfinale ein.

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein intensives Spiel, dem jedoch zunächst nur wenige Torchancen entsprangen. Eine halbe Stunde war bereits gespielt, ehe ein Kopfball von Martin Demichelis Gefahr brachte – Torwart Sascha Kirschstein parierte prächtig. Es war das Startsignal einer turbulenten Phase: Zwei Minuten später köpfte der Argentinier erneut aufs Tor, diesmal landete der Ball auch im Netz, doch Schiedsrichter Torsten Kinhöfer entschied auf Abseits – zurecht, da Pizarro den HSV-Torwart bei dessen Abwehrversuch behindert hatte. Kurz vor dem Pausenpfiff avancierte die nominelle Nummer zwei im Hamburger Tor endgültig zur zentralen Figur der ersten Hälfte: Einen wuchtigen Kopfball von Michael Ballack lenkte Kirschstein per Blitzreflex über die Latte.

11 Pflichtspiele, 11 Siege, 27:4 Tore: So lautete vor Anpfiff die Bilanz der Bayern im neuen Zuhause, und erst in der zweiten Halbzeit deutete sich an, dass der HSV – die einzige Mannschaft, die den Bayern in dieser Bundesliga-Saison bislang eine Niederlage beibrachte – diesen Nimbus vielleicht würde brechen können. Mutiger spielte die Mannschaft von Thomas Doll nun nach vorne, wenngleich Torwart Oliver Kahn nur selten ernsthaft eingreifen musste.

Näher dran an einem Tor waren die ganze Zeit über die Bayern: Deisler setzte einen Schuss aus 18 Metern knapp neben das Tor, Lucios Kopfball konnte Mehdi Mahdavikia gerade noch vor der Linie klären. Ein Freistoß von Michael Ballack klatschte an den Pfosten, und in der Verlängerung scheiterte Ballack mit einem Kopfball an Kirschstein, der zehn Minuten später auch gegen José Paolo Guerrero parierte. Der Peruaner war schon nach 17 Minuten für den am Oberschenkel verletzten Roy Makaay eingewechselt worden.

Für den HSV bleibt der schwache Trost, dass es beim diesjährigen Pokal-Aus mit rechten Dingen zuging. Dass die Bayern vor dem Spiel ihre Partnerschaft mit einem Wettanbieter präsentierten, ändert daran gar nichts.

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