Sport : Nur dabei

Neuer Streit zwischen Basketball-Liga und dem Sender DSF

Helen Ruwald

Marco Baldi glaubt zu wissen, was die Zuschauer am Freitagabend gerne geboten bekämen, wenn das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) regelmäßig ein Spiel der Basketball-Bundesliga live überträgt. „Viele wollen sehen, dass Alba verliert“, sagt der Vizepräsident des Deutschen Meisters Alba Berlin. Sieben Mal in Folge holte Alba den Titel, mancher freut sich da, wenn das Team stolpert. An diesem Freitag, wenn Alba in Braunschweig antritt, wird erstmals in dieser Saison ein Spiel der Berliner live übertragen. Sonst liegt der Live-Termin zu nah an Albas Europaligaspielen am Mittwoch. Diese werden von TV Berlin gezeigt, die Bundesliga hingegen findet im Fernsehen dann ohne den Meister statt, der heute die Basketballer aus Würzburg empfängt (20 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Das Live-Spiel im DSF ist zu Saisonbeginn von Sonntagnachmittag auf Freitagabend verlegt worden. Rund 100000 Fans sähen die Spiele im Schnitt, sagt DSF-Sprecherin Christiane Alenfeld, das sei besser „als die 60000 Zuschauer am Sonntag“. Erst als Otto Reintjes, Chef der Basketball-Bundesliga, von 150000 Zuschauern spricht („In der Spitze 300000“), welche die Sonntagsspiele verfolgt hätten, korrigiert sich Alenfeld: „Sorry, es waren rund 120000, zu Saisonende mehr als zu Beginn. Deshalb sehen wir die Entwicklung positiv.“ Zufrieden sei man mit der Quote dennoch nicht, säßen doch bei Spielen der Handball-Bundesliga am Dienstagabend mindestens 400000 Menschen vor dem Fernseher. Um die Zahlen auch beim Basketball zu steigern, „ist auch die Liga in der Pflicht, der Schwarze Peter liegt nicht nur beim DSF“, sagt Alenfeld. Eine Aussage, die Reintjes erzürnt, schließlich habe das DSF diesen Termin empfohlen – entgegen der Empfehlung der Liga. „Familien und ältere Leute, eine unserer Zielgruppen, schauen eher am Sonntagnachmittag fern“, sagt Reintjes. Dass der Termin verlegt wurde, lag laut Alenfeld daran, „dass wir mit der Quote sonntags nicht zufrieden waren“. Baldi hingegen vermutet, dass das DSF, das nun sonntags die Fußball-Erstrechte im Free-TV hat, keinen Platz mehr für Basketball habe.

Einfach waren die Verhandlungen zwischen Liga und DSF noch nie. Bestandteil des Vertrages sollte sein, dass die Liga einen Hauptsponsor präsentiert – den hat sie bis jetzt nicht. Der Vertrag kam dennoch zustande, doch begeistert ist keine Seite. Die Liga und Alba hoffen auf ein neues Sendekonzept, alle auf mehr Zuschauer. Die Berliner würden häufiger live übertragen, „wenn sie aus der Europaliga ausgeschieden sind. Sie sind ja auf einem guten Weg“, sagt Alenfeld.

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