Özils Traumtor gegen Razgrad : "Der Zauberer von Oz"

Oft genug wird er kritisiert, nach diesem Tor aber gefeiert: Mesut Özil zaubert im Champions-League-Spiel gegen Ludogorets Razgrad und sichert Arsenal den Sieg. Der Vergleich mit Maradona liegt nahe.

Cecilia Heil
Mesut Özil nach seinem Tor in Sofia.
Mesut Özil nach seinem Tor in Sofia.Foto: Vassil Donev/dpa

Was für eine Aufholjagd - und welch ein Siegtor. Arsenal London lag am Dienstagabend in der Champions League schon nach einer Viertelstunde mit zwei Toren beim bulgarischen Meister Ludogorets Razgrad zurück. Doch die "Gunners" kämpften sich zurück. Und holten sich den Sieg mit einem Treffer von Mesut Özil, der auch einen Tag später noch Fans und Medien begeistert. Ein Treffer, der nicht nur die spanische Zeitung "Marca" an das Tor des Jahrhunderts erinnerte - aus dem Viertelfinale der WM 1986 in Mexiko zwischen Argentinien und England: "Es war ein Meisterwerk. Ein Tor wie von Maradona!"

Es ist die 88. Minute in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Razgrad ist weit aufgerückt. Özil bekommt im Mittelfeld einen langen Pass aus der eigenen Hälfte, chippt den Ball über den Torwart, tänzelt zwei herbeisprintende Verteidiger aus und schiebt den Ball schließlich elegant in die linke Ecke.


Hier zum Vergleich das legendäre Maradona-Tor gegen England bei Youtube:

Der "Guardian" hätte für Özils Treffer wohl auch gern die Bühne eines Finales oder eines WM-Turniers gesehen: "Dieser Treffer war ein Stück der Schönheit, ein Tor, das einen größeren Anlass als diesen verdient hätte." Auch der "Telegraph" ist begeistert: "Eine wunderschöne Aktion von Mesut, man könnte sie den ganzen Tag anschauen. Sie war frech, poetisch, glänzend." Die Briten küren den Schützen schon zu "einem der talentiertesten Spieler, die je das Trikot von Arsenal getragen haben". Jede Menge Lob bekommt der oft kritisierte Mittelfeldkünstler auch in deutschen Medien. Die "Welt" schreibt von einem "außerirdischen Tor", die "Süddeutsche" von einem "Gemälde von einem Tor". Bei "Sport1" wird Özil als der "Zauberer von Oz" gefeiert.

In den sozialen Medien stimuliert der Treffer die Kreativität. Auf Twitter wird das Tor zum Kunstwerk erklärt und mit der Fibonacci-Spirale analysiert, die sonst für die Analyse von Bildern großer Meister herangezogen wird.

Die Arsenal-Fans zerlegen das Tor in jeden Schritt, ergötzen sich Bild für Bild an Özils Lauf.


Eine Szene, die so episch ist, dass sie nur mit der "Titanic"-Musik unterlegt werden kann.


Özil selbst hält es einfach wie Olli Kahn: "It's not over until it's over!"

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