Sport : Ohne Glanz und Tadel

André Görke

Den Freitagabend hatte sich Sixten Veit nun wirklich anders vorgestellt. In den vergangenen Monaten brachte es der Fußballprofi auf gerade einmal vier Einsätze bei Besiktas Istanbul, eine verdammt harte Zeit für einen, der noch gerne gegen den Ball tritt. Da freut man sich sogar, wenn man gegen einen Klub wie Rot-Weiß Oberhausen spielen darf. Veit hat vor wenigen Wochen einen Vertrag beim Zweitligisten 1. FC Union unterschrieben. Am Freitag stand er beim 3:1-Sieg über Oberhausen nun endlich wieder auf dem Platz. Es wurde ein kurzes Vergnügen. Trainer Georgi Wassilew wechselte Veit zur Halbzeit aus.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Besonders spektakulär hatte der neue Mann nicht gerade gespielt. Der 32-jährige kickte unauffällig, wie ein Mitläufer. Veit fehlte die Grundschnelligkeit. Die Fans waren mit dem Neuen unzufrieden. Von einem wie ihn hatten sie wesentlich mehr erwartet. Doch an seiner Leistung hatte es nicht gelegen, dass ihn Unions Trainer vom Platz nahm. "Es waren allein taktische Gründe", sagte Wassilew. Seine Überlegung, nach der Winterpause einen Spieler wie Veit zu verpflichten, war durchaus nachzuvollziehen: Einer, der mit Hertha BSC vor knapp zwei Jahren noch in der Champions League gespielt hat, sollte einem mittelklassigen Zweitligisten weiterhelfen können. Sixten Veit brachte es in seiner Karriere auf immerhin 81 Einsätze in der Bundesliga. Auch Energie Cottbus hatte Interesse gezeigt. Die Ansprüche der Fans sind hoch, und Veit weiß, dass er mehr zeigen muss als am Freitag, wenn er sie erfüllen will.

Und doch war Unions Problem nicht das bescheidene Debüt des prominenten Neuen. Es lag auf der anderen, auf der linken Seite. Dort spielte Cristian Fiel, ein sehr offensiver Mann mit dem Zug zum Tor. "Die Oberhausener hatten auf dieser Seite einen Mann mehr. Sie haben zu viel Druck entwickelt. Also musste ich einen Spieler aus dem rechten Mittelfeld rausnehmen", sagt Wassilew. Dort spielten mit Veit und Tom Persich gleich zwei defensive Leute. Einer musste raus. Die Entscheidung fiel Wassilew recht leicht: Veit ist im Gegensatz zu Persich nach den wenigen Wochen noch nicht voll integriert. Zudem stand mit Hristo Koilow ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz. Also musste der neue Mann auf der Bank Platz nehmen. Für Veit kam Daniel Ernemann ins Spiel. Er rückte auf die linke Manndeckerposition.

Veit weiß, was von ihm erwartet wird. Er soll die Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld schließen. Er muss nicht spektakulär, sondern ökonomisch spielen. "Ich soll einfach die Löcher stopfen, aufpassen, dass wir kein Tor kassieren", sagt Veit. Als er gegen Oberhausen vom Platz ging, führte Union 2:0. Veit hatte seinen Job gemacht. Wie gut, das war in der zweiten Halbzeit zu sehen. Ohne Sixten Veit ging die Ordnung in Unions Spiel verloren.

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