Sport : Ohne Spaß geht es nicht

Skistar Miller über seine ungewöhnliche Karriere

Frank Bachner

Bode Miller ist der Rock’n’Roller der alpinen Skiszene. Wild, unangepasst, hängt auf Partys herum, pfeift auf die Lehrbuch-Technik und fährt seinen eigenen Stil, tourt mit einem riesigen Wohnmobil von Weltcup-Rennen zu Weltcup-Rennen und gibt den lässigen Vertreter der Fun-Generation. Und dabei holt er noch serienweise Siege. Bode Miller ist einer der besten Skiläufer der Welt, vierfacher Weltmeister, zweimaliger Olympiazweiter und Gesamt-Weltcupsieger.

Doch dass der Aufstieg des Bode Miller, geboren in einem Bergort in New Hampshire, USA, überaus steinig war, dass Miller viele Verletzungen, seelische und körperliche ertragen musste, dass er wegen seiner seltsamen Technik sogar zum Snowboarden abgeschoben werden sollte, das wird in seiner kurzweiligen Biographie deutlich. Geschrieben hat sie ein Sportjournalist, der Miller seit seiner Kindheit kennt.

Sicher, Miller belegt das Doping-Kontrollsystem mit Kraftausdrücken, beschimpft Ski-Funktionäre, aber er beschreibt sich auch als Typen, der erst durch die Erfahrung vieler Rückschläge jenen Status erreicht hat, den er jetzt besitzt. Angesichts dieser spannenden Details ist die Fun-Propagierung ein wenig überdosiert – aber das gehört bei Bode Miller eben dazu.

— Bode Miller mit Jack McEnany: „About fun – Wie ich allen davonfuhr“ Mailk-Verlag, 317 Seiten, 19 Euro 90

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben