Sport : Ohrfeige in der Halbzeitpause

Manfred Amerell

erklärt, wie Demels Tätlichkeit hätte bestraft werden müssen In der Pause des Spiels Arminia Bielefeld gegen den Hamburger SV, auf dem Weg in die Kabinen, gab der Hamburger Guy Demel nach einem kurzen Wortwechsel dem Bielefelder Fatmir Vata eine Ohrfeige, nachdem er von Vata geschubst worden war. Schiedsrichter Fleischer sah die Tätlichkeit nicht. Wie wäre die Strafe ausgefallen, wenn der Unparteiische diesen Vorfall verfolgt hätte?

Er hätte Demel ganz bestimmt die Rote Karte gezeigt. Denn die Strafgewalt eines Unparteiischen beginnt mit dem Moment, in dem er auf dem Platz steht, und sie endet, wenn er den Platz nach Spielende verlässt. Die Pause gehört deshalb ganz klar zum Spiel. Seit dieser Saison darf er sogar eine Rote Karte noch nach Spielende geben. Das ist dann erlaubt, wenn der Unparteiische nach dem Abpfiff auf dem Platz steht und sieht, dass ein Spieler, der bereits den Platz verlassen hat und auf dem Weg zur Kabine ist, eine Tätlichkeit oder Unsportlichkeit begeht. Bisher konnte er solch einen Spieler nur dem Deutschen Fußball-Bund melden. Das Sportgericht des DFB musste dann ein Urteil fällen. Im Fall Demel liegt es nun am Kontrollausschuss des DFB, ob ein Verfahren eröffnet wird. Er muss aufgrund der Fernsehaufzeichnungen entscheiden, ob ein krass sportwidriges Verhalten vorlag. Die Ohrfeige in der Pause wird im Übrigen als eigenständige Handlung bewertet, allerdings kann ein eventuelles Strafmaß gemindert werden, wenn die Sportrichter der Meinung sind, dem Vergehen sei eine Provokation durch Vata vorausgegangen. Nachdem Hertha-Profi Marcelinho in der vergangenen Saison seinen Teamkollegen Arne Friedrich in der Pause geohrfeigt hatte, hätte er ebenfalls Rot sehen müssen, wenn der Schiedsrichter den Vorfall verfolgt hätte. Wäre das Ganze auf dem Feld passiert, hätte es Rot und indirekten Freistoß für den Gegner gegeben.

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