Sport : Olympia 2000: Kuba sperrt Weitsprung-Weltmeisterin Montalvo

Mit seinem Sprung über 2,28 m hat sich Kubas Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor nach mehr als einem Jahr Sperre zurückgemeldet. Der 32-Jährige, der wegen Kokainmissbrauchs für zwei Jahre gesperrt und erst am 2. August nach einem Jahr begnadigt worden war, blieb in Montauban (Frankreich) noch zwei Zentimeter unter der Olympianorm. Bereits Ende Juli hatte Sotomayor in Havanna die 2,30 m überquert. Damals war er jedoch vom internationalen Leichtathletik-Verband IAAF noch gesperrt.

"Es war ein erster Test. Ich war körperlich fit, aber ein wenig nervös", sagte der Kubaner in Montauban. "Ich habe nie an meiner Olympia-Teilnahme gezweifelt, und mein Traum ist jetzt die Goldmedaille. Aber eine Medaille, egal welche, würde schon beweisen, dass ich zu meinem besten Niveau zurückgefunden habe", meinte der 32 Jahre alte Olympiasieger von 1992. Morgen will der Weltrekordler beim Golden League-Meeting in Monte Carlo starten. Sotomayor hatte den noch immer gültigen Weltrekord am 27. Juli 1993 im spanischen Salamanca auf 2,45 m verbessert. In diesem Jahr ist Weltmeister Wjatscheslaw Woronin (Russland) mit 2,40 m Saison-Spitzenreiter.

Währenddessen hat Alberto Juantorena, der Präsident des kubanischen Leichtathletik-Verbandes, die Olympia-Sperre der Weitsprung-Weltmeisterin Niurka Montalvo (Spanien) verteidigt. "Montalvo hat 16 Jahre auf höchstem Level in Kuba trainiert. Sie ist eine Frucht der kubanischen Sportbewegung", begründete der Leichtathletik-Olympiasieger über 400 und 800 m von 1976 in Havanna das Olympia-Verbot für die 31-Jährige. Nur mit Kubas Zustimmung hätte Montalvo vor Ablauf einer Drei-Jahres-Frist seit Erhalt der spanischen Staatsbürgerschaft 1999 für Spanien antreten können. Auch der Präsident des internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, bekräftigte noch einmal die Ablehnung einer Starterlaubnis unter olympischer Flagge für die gebürtige Kubanerin. "Weder das spanische noch das kubanische Olympische Komitee haben ihr die Starterlaubnis erteilt", sagte Samaranch.

Nach Kubas Weigerung hatte Spaniens Verbandspräsident Jose Maria Odriozola angesichts der jahrelangen Unterstützung für kubanische Sportler erklärt, man müsse das Verhältnis zu Kuba überprüfen. Man habe den Kubanern viel gegeben, aber fast nichts bekommen. Als Reaktion darauf hatten Javier Sotomayor, Weitsprung-Weltmeister Ivan Pedroso und weitere Spitzenathleten auf Weisung des kubanischen Verbandes das Trainingslager in Guadalajara/Spanien verlassen und waren nach Sportilia/Italien umgezogen.

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