Sport : Olympia 2012: Damit die Welt nicht vergisst

Es gibt in New York momentan wichtigere Themen als Olympische Spiele. Der Sport wird in dieser Stadt nach dem Terror-Anschlag für längere Zeit nur wenige interessieren. Irgendwann aber wird den New Yorkern ihr einstiges Interesse an der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 einfallen. Wenn sie sich dann zu einer Bewerbung durchringen können, sollte die Stadt die Spiele auch bekommen.

Es wäre eine Entscheidung für den Frieden. Als die beiden Türme des World Trade Centers an jenem 11. September 2001 zusammenbrachen, erschütterte das die ganze Welt. Der Terror richtete in der vergangenen Woche die Augen der Weltbevölkerung auf diese Stadt. Elf Jahre später würden die Völker erneut nach New York blicken, und könnten dann das Gegenteil sehen: Friede, Völkerverständigung und Toleranz. Das waren zumindest einmal die olympischen Ideale. Weil diese in den vergangenen Jahren gelitten haben, wären die Olympischen Spiele 2012 in New York auch eine Chance für das Internationale Olympische Komitee (IOC). Es könnte alten Werten eine neue Bedeutung verleihen. Der römische Bürgermeister Walter Veltroni forderte in der vergangenen Woche bereits alle Kandidatenstädte für 2012 auf, ihre Bewerbung zu Gunsten von New York zurückzuziehen.

Das aber ist gar nicht nötig. Wenn alle Kandidaten zurückzögen, wäre die Entscheidung für New York bereits vorweggenommen. Das IOC wäre seiner Möglichkeit beraubt, bei der Vollversammlung im Jahr 2005 ein sportpolitisches Zeichen zu setzen. Eine Legitimierung der Spiele von New York durch die IOC-Mitglieder ist aber notwendig. Deshalb ist die Entscheidung der deutschen Bewerberstädte richtig, sich noch nicht aus dem Rennen zu verabschieden. Stuttgart hatte dies 1990 wegen der Wiedervereinigung zu Gunsten Berlins getan. "Drei Jahre später hat das auch niemanden interessiert", sagt der Koordinator der Stuttgarter Olympia-Initiative, Raimund Gründler. Bleibt zu hoffen, dass die Welt diesmal nicht so schnell vergisst.

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