Olympia-Kolumne : Ich, der Goldschreck

10.08.2012 00:00 Uhrvon
Um diese Medaillen geht es in London allen. Foto: dpa
Um diese Medaillen geht es in London allen. - Foto: dpa

Friedhard Teuffel, Leiter der Tagesspiegel-Sportredaktion, bekennt: Wo er in London auftaucht, rollen die Kollegen aus anderen Redaktionen nur noch genervt mit den Augen. Mit gutem Grund: Dass es für die deutschen Athleten nicht gut läuft, liegt an ihm.

Natürlich habe auch ich mich schon gefragt, warum die deutschen Athleten hier in London nicht so ganz ... vielleicht anders als erwartet ... äh, ich meine, also warum sie sonst einfach mehr Gold gewinnen. Am Anfang war es nur ein Verdacht. Doch er wandelte sich im Laufe der Tage immer mehr Richtung Gewissheit: Es liegt an mir.

Wo ich auch hinkam, und es waren viele Wettbewerbe mit aussichtsreichen Startern – nie wurde es Gold. Es begann mit zwei Olympiasiegern von Peking, denen ich meine Aufwartung machte, Fechterin Britta Heidemann und Judoka Ole Bischof. Sie gewannen zwei schöne Silbermedaillen. Bei Kugelstoßer David Storl verpasste ich meine erste Goldmedaille nur um drei Zentimeter.

Und am einzigen Tag, an dem nicht ich, sondern mein Co-Olympiareporter zur Leichtathletik ging, gewann Robert Harting. So zog sich das bisher durch die Spiele.

Medaillenschreck Friedhard Teuffel. Foto: Thilo Rückeis
Medaillenschreck Friedhard Teuffel. - Foto: Thilo Rückeis

Ich teilte meine Befürchtung mit einem Kollegen und bat ihn darum, die Angelegenheit diskret zu behandeln. Aber sie muss doch irgendwie die Runde gemacht haben, Journalisten sind nun einmal vertratscht. Wenn ich jedenfalls irgendwo auftauchte, rollten Kollegen genervt mit den Augen und fingen an, hektisch mit ihren Redaktionen zu telefonieren, sie bräuchten einen anderen Aufmacher, mit Gold sei hier nicht mehr zu rechnen.

So konnte es nicht weitergehen. Ich beschloss, raus aus London nach Eton zum Kanu zu fahren.

Für diese Athleten hat es trotzdem geklappt: Die deutschen Medaillengewinner:

Eine sichere Bank. Drei Chancen auf Gold innerhalb von einer Stunde. Das sollte selbst ich nicht kaputtkriegen können. Merkwürdigerweise klappte es gleich im ersten Versuch. Der Zweier-Canadier rauschte als Erster über die Linie.

Im Zielraum klopfte mir ein Kollege freudestrahlend auf die Schulter. Er hätte es gewusst, sagte er. Überall wo er hingehe, komme er mit mindestens einer Goldmedaille zurück. Er habe einfach einen Lauf.

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Medaillen und mehr: Schülerreporter der Paralympics Zeitung berichten von den Spielen in London 2012.

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