Sport : Opel verlässt den Fußball

Erich Ahlers

Es ist noch nicht lange her, da bezeichnete sich Autobauer Opel gern als Europas größter Sportsponsor. Längst Vergangenheit. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits diverse Engagements eingestellt worden waren, steht nun der letzte große Schnitt im Fußball an. Die Rüsselsheimer und Bayern München werden ihre Zusammenarbeit so bald wie möglich beenden. Zwar läuft der Vertrag noch bis Mitte 2003, doch sobald der Klub einen adäquaten Nachfolger gefunden hat, soll langjährige Partnerschaft (seit 1989) aufgelöst werden.

Interesse an einem Einstieg sollen vor allem die Deutsche Post und die Allianz haben. Auch BMW, Siemens und Coca-Cola wurden als Nachfolger ins Spiel gebracht. In Zukunft werde sich der FC Bayern nicht bedingungslos aus wirtschaftlichen Gründen an einen Konzern binden. "Wo immer wir Partnerschaften eingehen, entscheidet der FC Bayern nach seinen Kriterien", sagte Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge.

Im September hatte der FC Bayern eine strategische Partnerschaft mit seinem Ausrüster Adidas bekannt gegeben. Der Sportartikel-Hersteller bezahlt für zehn Prozent an der neuen FC Bayern AG 75 Millionen Euro (etwa 147 Millionen Mark).

Opel zahlte zuletzt annähernd 30 Millionen Mark jährlich, um auf dem Trikot des FC Bayern mit seinem Schriftzug präsent zu sein. Mitte Januar wird das Unternehmen allerdings einen operativen Verlust von bis zu 1,5 Milliarden Mark verkünden. Vor diesem Hintergrund hat der neue Opel-Chef Carl-Peter Forster auch das Sportsponsoring als Sparterrain entdeckt. Denn die teuren Engagements beim italienischen Spitzenklub AC Mailand (bis 2003) und bei Frankreichs Hauptstadtverein Paris St. Germain (bis Saisonende) werden nach Handelsblatt-Informationen ebenso wie jenes in München nicht verlängert.

Darüber hinaus ist sicher, dass die langjährige Unterstützung von Borussia Düsseldorf (Tischtennis-Bundesliga) zum Saisonende eingestellt wird. Noch offen ist hingegen, ob die Firma bei den Opel Skyliners (Basketball-Bundesliga) als Geldgeber weitermacht. Gesichert scheint lediglich das weitere Mitwirken im Motorsport. Die Teilnahme am Deutschen Tourenwagen-Masters wird intern allerdings eher unter der Rubrik Produktentwicklung und weniger als Sponsoring definiert.

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