Sport : Packt Sinkewitz aus? T-Mobile-Fahrer

deutet Geständnis an

Pau/Hamburg - Die Dopingaffäre Patrik Sinkewitz wird sich erst nach Ende der Tour de France klären. Am kommenden Dienstag soll die B-Probe geöffnet werden, teilte Verbandspräsident Rudolf Scharping am zweiten Tour-Ruhetag in Pau nach einem Gespräch mit Sinkewitz’ Anwalt Michael Lehner mit. Die lange Verzögerung der Gegenprobe dafür, ob Sinkewitz mit Testosteron gedopt hat oder nicht, erklärte Scharping mit Kapazitätsproblemen des Testlabors. Der suspendierte T-Mobile-Profi ließ über seinen Anwalt am Dienstag mitteilen, „an einer gemeinsamen Lösung“ mit seinem Team und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) interessiert zu sein. Lehner kündigte eine „konstruktive Mitarbeit“ des 26-Jährigen an.

Sinkewitz, der nach seinem Unfall bei der Tour de France am Samstag aus dem Krankenhaus in Hamburg entlassen worden war, befinde sich auf dem Wege der gesundheitlichen Besserung, sagte Lehner. „Er kann sich nunmehr mit Unterstützung und Rückhalt seiner Familie und nach anwaltlicher Beratung offensiv den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stellen. Er wird den Sachverhalt in den kommenden Tagen mit dem T-Mobile-Team und dem BDR erörtern“, teilte der Heidelberger Jurist mit. Lehner ließ am Dienstag offen, ob sein Mandant die sogenannte Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen wolle, hatte am Sonntag allerdings solche Tendenzen angedeutet und erklärt, dass er den von ihm vertretenen Sportlern immer dazu rate, zu gestehen, wenn es etwas zu gestehen gibt. Schon den ehemaligen Telekom-Profi Jörg Jaksche hatte er bestärkt, eine Dopingbeichte abzulegen. „So habe ich auch Patrik beraten“, sagte Lehner. Auch T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag, der im Mai selbst Doping gestanden hatte, machte Sinkewitz Mut, sich zu offenbaren. „Ich habe Patrik dazu angehalten, die Wahrheit zu sagen“, sagte Aldag. „Wir brauchen klare Aussagen von Sinkewitz.“ Christian Frommert, der Kommunikationsdirektor des Bonner Unternehmens, erklärte, der Team-Sponsor werde sich bis zum Beginn der Deutschland-Tour am 10. August entscheiden, ob er sein bis 2010 vorgesehenes Engagement fortsetzt. dpa

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