Pal Dardai : "Wann bekommt man wieder so eine Chance?"

Herthas Mittelfeldspieler Pal Dardai spricht über das Ende der Meisterschaftsträume nach dem 0:0 am Samstag gegen Schalke 04.

Dardai
Pal Dardai -Foto: ddp

Herr Dardai, Herthas Traum von der Meisterschaft ist mit dem 0:0 gegen Schalke ausgeträumt. Wie groß ist die Enttäuschung?



Natürlich ist die Enttäuschung groß. Wann bekommt man wieder so eine Chance? Das weiß man nicht. Aber wir dürfen jetzt nicht den Kopf hängen lassen. Wir müssen ihn oben halten. Wir haben immer noch einen wunderschönen Platz in der Tabelle. Wir haben eine disziplinierte Mannschaft. Wir haben tolle Fans. Wir haben alles, was schön ist. Jetzt fehlen nur noch drei Punkte im letzten Spiel gegen Karlsruhe.

Gegen Schalke war Hertha die überlegene Mannschaft. Trotzdem hat es nicht zum Sieg gereicht. Haben Sie schon eine Erklärung dafür?

Überlegen? Wir hatten zwei, drei Chancen, aber auch nicht übermäßig viele. Man muss allerdings auch sehen, gegen wen wir gespielt haben.

Gegen Schalke, eine Mannschaft, für die es um nichts mehr geht.

Aber ein 0:0 gegen Schalke ist normalerweise kein schlechtes Ergebnis. Nur in dieser Phase ist es natürlich zu wenig für uns. Das schmerzt.

Wenn Hertha nächste Woche am letzten Spieltag beim Karlsruher SC gewinnt, ist der Mannschaft immerhin Platz drei und damit die Qualifikation für die Champions League sicher.

Ja, das hoffen wir.

Sie müssen nicht hoffen. Bei einem Sieg wäre Hertha Platz drei auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen – weil der VfB Stuttgart und Bayern München sich am letzten Spieltag gegenseitig die Punkte wegnehmen.

Das ist egal. Wir müssen gewinnen und nur auf uns gucken. Gegen Schalke haben wir gesehen, dass das nicht so einfach ist. Wir haben hart gekämpft, diszipliniert gespielt, sind viel gelaufen – und trotzdem: Es war nicht genug.

Vor vier Jahren war Hertha in einer ähnlichen Situation. Mit einem Sieg wäre die Mannschaft für die Champions League qualifiziert gewesen. Auch damals hat sie zu Hause 0:0 gespielt. Haben Sie sich ein bisschen daran erinnert gefühlt?

Das kann man nicht vergleichen. Damals war es Hannover. Heute haben wir gegen Schalke gespielt, eine Top-Mannschaft. Das war viel schwieriger für uns. Ich glaube, dass war heute das Maximum. Wir sind über die Grenze gegangen. Gerade für uns Mittelfeldspieler war es hart: Wir mussten 90 Minuten kämpfen und laufen. Vielleicht hat ein bisschen die Frische gefehlt. Aber das soll keine Ausrede sein.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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