Paralympics in Rio 2016 : Silber für Müller und Kierey

Knapp dran, aber nicht mehr: Im Kanu fahren Edina Müller und Tom Kierey jeweils zu Silber.

Hannah Hofer
Die gute Laune gewonnen. Edina Müller (links) mit Siegerin Jeanette Chippington.
Die gute Laune gewonnen. Edina Müller (links) mit Siegerin Jeanette Chippington.Foto: dpa/Nietfeld

Beide deutschen Weltmeister des Newcomer-Sports Kanu der Paralympics hatten am Donnerstag die Kanuspitze ganz dicht an Gold. In einem, jeweils knappen Rennen, sicherten sich Edina Müller und Tom Kierey aus Deutschland dann aber Doppelsilber in der ersten 200 Meter Kanusprint-Entscheidung der Paralympischen Spiele.

Schon in den Vorläufen am Mittwoch hatten beide Athleten nur ganz knapp die Nase vorn gehabt. Tom Kierey sagte nach seinem Vorlauf: „Hier sind nur Weltmeister und Europameister im Lauf gewesen. Vielleicht haben die auch nur heute gespielt.“

Gespielt wurde aber spätestens am Donnerstag nicht mehr. Im engen und spannenden Rennen um Gold lagen beide Athleten nur ganz knapp hinter den Erstplatzierten.

Edina Müller überquerte die Zielline 0.114 Sekunden nach der Paralympicssiegerin Jeanette Chippington (Großbritannien), die das Rennen in 58.76 Sekunden beendete. Was für das bloße Auge des Zuschauers unsichtbar war, entscheidet über Silber oder Gold. Die Britin Chippington hatte den Sieg lange klar im Auge und sagt: „Es war nicht schön den Weltmeistertitel zu verlieren. Dieses Mal wollte ich es unbedingt.“

Die Herausforderung für Müller auf dem turbulenten Gewässer der Lagune unter dem Zuckerhut lag diesmal beim Wind.

 „Ich musste einmal ausgleichen und gegenlenken und war zum Schluss wieder gut in der Spur und gut im Rennen, aber es hat auf den letzten Metern einfach nicht mehr gereicht, um nochmal nach vorne zu kommen“, sagt sie.

Aber auch mit der Silbermedaille ist sie zufrieden: „Wir haben da ja wirklich um jeden Zentimeter gekämpft und das ja schon das ganze Jahr über. Ich freue mich für Jeanette und für Kamila, weil wir einfach dort zu dritt standen, zu dritt gekämpft haben und jetzt zu dritt die Medaille geholt haben und Geschichte geschrieben haben beim ersten Parakanurennen bei Paralympischen Spielen.“

 

Tom Kierey fügte Müllers Silbermedaille eine weitere für Deutschland hinzu

Er überquert die Ziellinie nach einem 39.09 Sekunden kurzen Rennen. Der Sieger Serhii Jemelianow (Ukraine) hatte die Kanuspitze nur um 0.099 Sekunden vor ihm.

Nach dem Startschuss lief es für Kierey aber erst nicht optimal. „Es war heute nicht der Start wie ich ihn gerne geliefert hätte. Beim Start habe ich auf den Ukrainer leider recht viel verloren“, sagt er. Stolz auf das Ergebnis ist Kierey trotzdem und sagt: „An der Medaille lässt sich nicht rütteln. Es ist ein schönes Ergebnis. Das Rennen hätte besser laufen können, ist es aber nicht.“

Die nächste Chance für paralympisches Gold im Kanu gibt es dann in 2020 in Tokio bei den Paralympischen Spielen. Genau das ist dann Kiereys Ziel: „Es war diesmal die hundertstel oder zehntel für ihn. Wir werden sehen, wie es in vier Jahren aussieht. Wenn man jetzt Silber in der Tasche hat, dann will man auch noch Gold haben“, sagt der Silbermedaillengewinner. Bereits jetzt weckt er die Vorfreude auf weitere Zentimeterentscheidungen im Kanusport der Zukunft.

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